Im Ortsgefüge von Obernburg am Main nimmt das Römermuseum Obernburg eine zentrale Rolle ein: Es verwahrt vornehmlich Funde aus dem Kastell Obernburg und der zugehörigen Zivilsiedlung. Das Haus liegt in der Unteren Wallstraße 29a, unterhalb der Altstadt und nahe am Main.
Archäologische Arbeiten zwischen 2000 und 2007, insbesondere die Freilegung einer Benefiziarierstation mit zahlreichen neuen Weihinschriften, machten die räumlichen Grenzen des Museums deutlich. In Folge wurde im Museumsentwicklungsplan eine Erweiterung zu einem überregionalen Haus vorgesehen, die im Zusammenhang mit der Aufnahme des Obergermanisch-Rätischen Limes in die Liste des UNESCO-Welterbes stand. Geplant war, das Haus als bayerisches Zentralmuseum für den Mainlimes und Aspekte des römischen Rechts auszubauen; der Stadtrat beschloss 2007 eine Machbarkeitsstudie und die Bildung einer Planungsgruppe für ein „Mainlimes-Zentralmuseum“. 2009 wurden die Planungen jedoch gestoppt; zentrale Streitpunkte waren Finanzierung und die erwarteten wirtschaftlichen Effekte. Nachfolgende bedeutende Funde sollen nun vermutlich in München oder an einem anderen Kastellort am Main gezeigt werden. Ein Bürgerentscheid vom 27. September 2009 lehnte die Fortsetzung der Planungen mit 64,97 % ab.
Die Dauerausstellung beginnt mit einem Stadtmodell, das die römische Topographie und Entwicklung Obernburgs erläutert. Im Erdgeschoss dominiert eine umfangreiche Steinsammlung mit Inschriften der beneficiarii consulares, der Bauinschrift vom Stabsgebäude des Kohortenkastells und Fragmenten von Jupitergigantensäulen; eine rekonstruierte Säule steht vor dem Museum. Eine Gruppe von Inschriften belegt Einsätze von vexillationes der Legio XXII Primigenia aus Mainz als in lignariis eingesetzte Holzfällertrupps und dokumentiert die militärische Nutzung von Spessart, Odenwald sowie des Mains (gegebenenfalls der Mümling). Im Keller wird ein Mithrasstein mit nachempfundenem Mithräum gezeigt; im Zwischengeschoss veranschaulichen Grab- und Weihesteine Götter- und Totenkult. Das Obergeschoss präsentiert Kleinfunde wie Werkzeuge, Fibeln, kosmetische und medizinische Instrumente, Gebrauchskeramik und Münzen. Hervorzuheben ist eine glasierte Schale aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., die durch ihre Verzierung als eines der frühesten christlichen Zeugnisse der Region gilt. Ein weiterer Raum steht für wechselnde Ausstellungen zur Verfügung.