In Mainz nimmt das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) eine bedeutende Rolle als international tätiges Forschungszentrum der Archäologie ein; getragen wird es von Bund und Ländern und es gehört zur Leibniz‑Gemeinschaft. Zum 1. Januar 2023 erfolgte die Umbenennung in Leibniz‑Zentrum für Archäologie (LEIZA).
Das Institut arbeitet in mehreren Abteilungen und deckt die Archäologie der Alten Welt sowie ihre Kontaktzonen vom Altsteinzeitlichen bis zum Mittelalter ab. Neben einer ständigen Schausammlung vermittelt es Forschungsergebnisse durch Publikationen und Veranstaltungen einem breiteren Publikum.
Die Gründung geht auf die Beschlüsse von Tagungen zur Vereinigung deutscher Geschichts‑ und Altertumsvereine im Jahr 1852 zurück; bereits 1853 bezog das Museum erste Räume im Kurfürstlichen Schloss von Mainz und präsentierte 1854 eine Anfangssammlung von 388 Exponaten. In den Anfangsjahren prägten finanzielle Engpässe die Entwicklung; freiwillige Beiträge und der Verkauf von Kopien waren wichtig, bis 1872 regelmäßige staatliche Zuschüsse einsetzten. Sammlungskonzept und Präsentation betonen lange Zeit den wissenschaftlichen Charakter als Kopiensammlung zur Erforschung klassischer und vor- bzw. frühgeschichtlicher Zeugnisse der römischen und germanischen Epochen. Raumerweiterungen und zusätzliche Gebäudeteile folgten im frühen 20. Jahrhundert; im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Bestände und Gebäude zerstört. In den Nachkriegsjahrzehnten etablierte sich eine Fördergesellschaft, und seit 1977 wird das Institut dauerhaft von Bund und Ländern finanziell unterstützt; 2002 erfolgte der Beitritt zur Leibniz‑Gemeinschaft. Ein Neubau am Südrand der Mainzer Innenstadt wurde nach Planungen ab 2007 realisiert; nach Fertigstellung im September 2022 begann der Umzug, die Umbenennung in LEIZA trat 2023 in Kraft und die neue Website ging im Februar 2023 online.
Forschung am Institut ist sowohl abteilungsbezogen als auch zeitübergreifend organisiert; Schwerpunktfelder tragen Titel wie „Menschwerdung – Die Evolution menschlichen Verhaltens“, „Gesellschaftliche Wandlungsprozesse und Dynamiken“, „Kulturelle und soziale Praktiken“, „Kulturkontakte“, „Wirtschaft und Technik“ sowie „Relikte der Vergangenheit im Heute: Kulturgüterschutz – Authentizität – Rezeption“. Zahlreiche Projekte zu Deponierungen, Elitenstrukturen, Kontakten zwischen Kulturräumen oder byzantinischer Archäologie wurden durchgeführt.
Die Restaurierungswerkstätten bilden ein zentrales Kompetenzfeld: mit über 30 Beschäftigten und spezialisierten Abteilungen für Keramik, Abformung, Glas, Metallbearbeitung, Edelmetalle, organische Materialien und Holz werden Funde konserviert, analysiert und bei Bedarf originalgetreu nachgebildet. Analytische Verfahren reichen von bildgebenden Methoden wie Mikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie, Röntgen und Computertomographie bis zu chemischen Analysen mittels Röntgenfluoreszenz, Mikrosonde, ICP‑MS sowie Röntgendiffraktion und Spektroskopien.
Das Institut betreibt weitere Standorte, darunter den Vulkanpark, das Museum für Antike Schifffahrt und MONREPOS, und veröffentlicht wissenschaftliche Zeitschriften und Monographien, darunter Open‑Access‑Reihen, zur Verbreitung archäologischer Forschung.