Schloss Borbeck

Schloßstraße 101, 45355 Essen, Deutschland

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Straße
Schloßstraße 101
PLZ/Ort
45355 Essen
Land
Deutschland
Telefon
+49 201 88-44219
Web
https://www.schloss-borbeck.essen.de/

Beschreibung

Schloss Borbeck in Essen-Borbeck steht innerhalb eines weitläufigen Landschaftsparks und dient heute als Kultur- und Bildungsort. Das barock geprägte Wasserschloss war über Jahrhunderte Residenz der Essener Fürstäbtissinnen und zeigt die Entwicklung von einer mittelalterlichen Anlage zu einem herrschaftlichen Schlossensemble.

Die Anlage umfasst ein dreigeschossiges Herrenhaus, ein langgestrecktes Wirtschaftsgebäude sowie einen Park von etwa 42 Hektar im englischen Landschaftsstil. Das Hauptgebäude liegt auf einem rechteckigen Grundriss und ist von einem sechs bis neun Meter breiten Graben umgeben, der nach Norden in einen Schlossweiher mündet. Nordseitig prägen zwei quadratische Ecktürme mit geschweiften Hauben sowie ein geschweifter Giebel die Fassade; südlich wurde das Gebäude im 18. Jahrhundert verlängert. Eine steinerne Brücke aus dem 19. Jahrhundert führt zum Portal, über dem das Wappen der Fürstäbtissin sichtbar ist, dessen Schwert und Bischofsstab auf weltliche und geistliche Rangstellung verweisen. Nordwestlich steht ein klassizistischer Putzbau, errichtet an der Stelle der ehemaligen Vorburg; in dessen Eck integriert ist ein mittelalterlicher Bruchsteinturm aus dem 14./15. Jahrhundert, einst mit Schießscharten, Kellergefängnis und Wachstube.

Die Parkanlage wurde bereits im 16. Jahrhundert aus einem Buchenwald umgestaltet und erhielt im 18. Jahrhundert ihre landschaftliche Gestaltung mit Wasserspielen, Volieren und einer kleinen Insel; die Quelle der Borbecke speist noch heute Gräfte und Teich. Ein schmiedeeisernes Tor aus dem späten 17. Jahrhundert markiert den Zugang; im östlichen Parkbereich liegt die ehemalige Freiluft-Arena, die für Veranstaltungen genutzt wird. Seit 2016 wurde ein Konzept zur Pflege des Parks als historisches Gartendenkmal umgesetzt; geplante Wohnbebauungen am südlichen Rand wurden später aufgegeben. Der Schlossparklauf findet seit 1954 jährlich statt.

Die Geschichte reicht bis zu einem fränkischen Oberhof, der 869 erstmals erwähnt wurde. Ab dem 14. Jahrhundert diente Borbeck dauerhaft als Residenz der Fürstäbtissinnen; Schäden durch kriegerische Zerstörungen wurden mehrfach wieder beseitigt. Bedeutende Umbauten erfolgten im 17. und im 18. Jahrhundert, maßgeblich geprägt durch die Äbtissinnen, die dem Anwesen seine heutige äußere Gestalt gaben. Nach der Säkularisation wechselte das Schloss den Besitz und wurde im 19. Jahrhundert baulich ergänzt. Im 20. Jahrhundert übernahm die Stadt Essen die Anlage, nutzte sie als Verwaltungsgebäude und stellte sie ab den 1980er Jahren als Ort für Kultur, Weiterbildung und Begegnung zur Verfügung.

Seit 2006 zeigt eine Dauerausstellung die fast tausendjährige Geschichte des Frauenstifts Essen. Zu den präsentierten Objekten zählt ein Porträt der letzten Äbtissin aus dem 18. Jahrhundert sowie Möbel, Tafelgerät, Gobelins und ein Schachspiel aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Folkwang-Musikschule, Teile der Volkshochschule und ein Trauzimmer der Stadt sind heute im Schloss untergebracht.

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