Schloss Mörsburg

Mörsburgstrasse 30, 8404 Winterthur, Schweiz

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Straße
Mörsburgstrasse 30
PLZ/Ort
8404 Winterthur
Land
Schweiz
Telefon
+41 523371396
Web
http://www.historischer-verein-winterthur.ch
Tags
Schloß

Beschreibung

Als markantes Bauwerk am nordöstlichen Rand von Winterthur nimmt die Mörsburg eine bedeutende Stellung im historischen Landschaftsbild des Kantons Zürich ein. Die Burg liegt auf 511 Metern Höhe auf dem südlichen Ausläufer eines Höhenzugs, der Winterthur vom Thurtal trennt, und gehört zum Gebiet der Aussenwacht Stadel. Sichtbeziehungen bestehen zur Kyburg (etwa 9 Kilometer) und zum Schloss Hegi (rund 3 Kilometer); ein früherer Verkehrsweg nach Pfyn und zum Bodensee führte nahe vorbei.

Die Entstehung der Anlage bleibt unklar; archäologische Hinweise lassen aber eine frühe Burganlage aus Holz und spätestens einen steinernen Wohnturm am Ende des 11. Jahrhunderts vermuten. Im Hochmittelalter wechselten Herrschaftsverhältnisse mehrfach: Erwähnungen aus dem 12. Jahrhundert verbinden die Burg mit den Nellenburgern, später gelangte sie an die Grafen von Dillingen-Kyburg. Unter Hartmann IV. von Kyburg erfuhr die Anlage im 13. Jahrhundert große Ausbauten; seine Frau Margaretha von Savoyen beeinflusste bauliche und gestalterische Entscheidungen. In der Folge kam die Mörsburg als Lehen an verschiedene lokale Familien, darunter die Meyer von Mörsberg und später die Goldenberger, bis die Stadt Winterthur die Burg 1598 erwarb. Die Stadt nutzte sie bis 1798 als Amtssitz; kriegerische Auseinandersetzungen 1799 beschädigten das Bauwerk schwer. Nach Jahrzehnten der Leerstehung richtete der Historisch-Antiquarische Verein Winterthur die Burg um 1900 als Museum ein; bis 2000 wurde ein Schlosswart im Gebäude untergebracht. Seit 2016 wird die Anlage in Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein Winterthur und einem benachbarten Gastbetrieb betreut.

Baugeschichtlich belegen Grabungen Brandreste aus dem 11. Jahrhundert. Wesentliche Umgestaltungen erfolgten im 12. und 13. Jahrhundert: Der ursprüngliche Turm mit 1,30 Meter dicken Mauern erhielt eine megalithische Ummantelung und eine U-förmige Erweiterung zur Gartenseite; noch vor dieser Ummantelung entstand die Umfassungsmauer mit einem zwingerartigen Vorbau, der heute als Treppenhaus dient. Der quadratische Turmgrundriss misst etwa 16 × 16 Meter bei annähernd fünf Meter Wandstärke. Um 1240 wurden zwei weitere Geschosse mit großen Holzsälen aufgesetzt und im dritten Stock eine frühgotische Kapelle mit Kreuzrippengewölben eingerichtet. Zur Blütezeit umfasste die Anlage eine Ringmauer mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden auf den südöstlichen Terrassen; viele dieser Reste wurden 1978/79 freigelegt. Teile der Befestigung wurden um 1400 aufgegeben; Turm und Umfassungsmauern blieben erhalten. Spätere archäologische Arbeiten förderten weitere mittelalterliche Baureste zutage. Die Stadt Winterthur nahm in den Jahrhunderten mehrfach Restaurierungen vor; größere Instandsetzungen erfolgten im 20. und im frühen 21. Jahrhundert.

Als Museum vermittelt die Mörsburg ihre Bau- und Nutzungsgeschichte. Der Südgarten zeigt freigelegte Mauerzüge. Im Keller werden Gebrauchsgeräte und Pressen präsentiert. In den Stockwerken sind Ofenkeramik, Bücher, Militärgegenstände (u. a. des Obersten Carl von Clais, 1824–1906), Feuerwehr- und Gewerbeexponate, Turmuhren, die frühgotische Kapelle sowie historische Wohnräume zu sehen. Der vierte Stock bewahrt den grossen Festsaal von 1735 und einen historischen Turmofen aus dem 16. Jahrhundert. Lokale Sagen, etwa die Erzählung vom Goldenen Kegelspiel mit einem unterirdischen Schatz und einer befreiten Jungfrau, ergänzen die Ausstellung um volkskundliche Aspekte.

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