Im ehemaligen Jesuitenkolleg von Mindelheim ist das Schwäbische Krippenmuseum untergebracht; seine Präsentation verbindet den historischen Ort mit der Erforschung religiöser Bildwelten.
Das Museum wurde 1989 eröffnet und 2018 neu gestaltet. Ziel der Ausstellung ist ein umfassender Überblick über die Darstellung von Kindheit und Passion Jesu Christi im schwäbischen und bayerischen Raum.
Die Sammlung umfasst etwa 50 Krippen und insgesamt 230 Exponate, deren Datierung vom Mittelalter (um 1300) bis in die Gegenwart reicht. Gezeigt werden Andachts- und Hinterglasbilder sowie Tafelgemälde und Grafiken; dazu treten Wachsstöcke, lebensgroße Skulpturen aus den Kirchen und Kapellen Mindelheims und kleinere Devotionalien aus dem süddeutschen Raum, vorwiegend aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. Madonnenskulpturen, Tafelgemälde und grafische Arbeiten machen die visuelle Tradition sichtbar, aus der sich die späteren Weihnachtskrippen speisten.
Zahlreiche geschnitzte oder aus Wachs modellierte Jesuskind-Figuren, die sogenannten Fatschenkinder, sowie Krippen aus Kirchen und Privathäusern vom 18. bis ins 20. Jahrhundert veranschaulichen die Formenvielfalt der schwäbisch-bayerischen Krippenkunst. Bildserien zum Leiden und Sterben Jesu reichen in der Darstellung vom Einzug in Jerusalem bis zur Himmelfahrt.
Als besonderes Ausstellungsstück wird das „Haushälterle“ präsentiert, eine um 1300 datierte Christkind-Figur, die als die älteste bekannte ihrer Art gilt.