Das Stadtmuseum Herzogenaurach vermittelt die rund tausendjährige Geschichte der Stadt und dokumentiert zugleich die Entwicklung der hier ansässigen Unternehmen Adidas, Puma und die Schaeffler-Gruppe.
Seinen Sitz hat das Museum im ehemaligen Spital zum Heiligen Geist am Kirchenplatz. Das spätmittelalterliche Fachwerkgebäude geht auf eine Stiftung von Conrad Reyter aus dem Jahr 1508 zurück und gilt als Baudenkmal. Der massive mehrgeschossige Bau steht auf einem Erdgeschoss aus Werkstein und verfügt über zwei gewölbte Keller; darüber erhebt sich die mehrstöckige Fachwerkkonstruktion.
Museale Tätigkeiten begannen bereits 1908, als der Historische Verein im Stadtturm eine erste Ausstellung mit handwerklichen Geräten und volkskundlichen Objekten eröffnete. Bestandverluste traten während und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Plünderungen auf. Ab 1969 wurden die Exponate im ehemaligen Amtsschloss untergebracht und vom Herzogenauracher Heimatverein ehrenamtlich wieder aufgebaut. Im Herbst 2000 erfolgte die Neueröffnung im jetzigen Gebäude.
Auf mehr als 700 Quadratmetern widmet sich das Museum in der Ausstellung „Stadtgeschichte“ dem Alltag der ackerbürgerlichen Bevölkerung, der Organisation des städtischen Gemeinwesens und den Rechten des Landesherrn. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kriegs‑ und Krisenjahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der anschließenden Ansiedlung neuer Industrie, die den Ort international bekannt machte. Im Bereich „Handwerk und Industrie“ werden Exponate zur wirtschaftlichen Entwicklung vom Mittelalter bis zum Strukturwandel nach 1945 gezeigt. Schwerpunkte bilden die in Herzogenaurach verwurzelten Unternehmen Adidas und Puma. Eine seit 1968 ergänzte Privatsammlung umfasst Kunstgewerbe, bürgerliche Wohnkultur, Grafikblätter und seltene Druckschriften. Im früheren Speicherboden sind sakrale Gemälde und Skulpturen zu sehen.