Technisches Denkmal Spreewehrmühle e.V.

Am Großen Spreewehr 2, 03044 Cottbus, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Am Großen Spreewehr 2
PLZ/Ort
03044 Cottbus
Land
Deutschland
Telefon
0355 474745
Web
https://www.spreewehrmuehle-cottbus.de/

Beschreibung

Mitten an der Spree in Cottbus befindet sich die Spreewehrmühle, eine denkmalgeschützte Wassermühle, die als eine der wenigen erhaltenen Flussmühlen Deutschlands und als einzige ihrer Bauart in den neuen Bundesländern besondere Bedeutung besitzt. Sie steht unmittelbar neben dem Großen Spreewehr nahe dem Abzweig des Hammergrabens und bildet dort ein technikhistorisches Ensemble.

Der Standort geht auf den Bau des Hammergrabens im 16. Jahrhundert zurück, der zur Versorgung eines Hammerwerks und der angrenzenden Teichlandschaft von der Spree abgeleitet wurde; der Graben wurde erstmals 1554 genannt. Das zugehörige Wehr wurde mehrfach verändert und handelte sich wiederholte Schäden durch Hochwasser ein. Ein Beschreibungszeugnis aus dem 18. Jahrhundert lobt die große Freiarche mit hohen Durchflussraten; nach einer verheerenden Flut 1830 erfolgte ein Übergang zu massiven Mauerwerksbauten (1832/33), deren Überreste mit sechs gestuften, granitgedeckten Pfeilern heute noch sichtbar sind. Das alte Wehr wurde 2014 unter Denkmalschutz gestellt; während der Atelierarbeiten für eine Fischtreppe wurde der östliche Pfeiler instand gesetzt.

Die Mühlenanlage selbst entstand Ende des 18. Jahrhunderts als Pfahlbau mit Öl- und Graupenmühle und wurde später zur Mahl- und Walkmühle erweitert. Ihr Betrieb war an ein zweites Wasserrecht gebunden, weshalb Vorrang für Hammergraben, Eisenhütte und Fischteiche galt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erfolgten technische Modernisierungen, zusätzliche Dampfmaschinen und 1903 der Anschluss an das elektrische Netz; 1904 ging die Mühle in städtisches Eigentum über. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigerte man die Mahlkapazität; 1959 endete der reguläre Betrieb. In den 1960er Jahren blieben Teile der Anlage erhalten und zum Schauobjekt ausgebaut; die museale Nutzung lief bis 2001, 2007 übernahm ein Mühlenverein die Betreuung.

Das zweigeschossige Gebäude ist ein Holzskelettbau mit Satteldach, der nach Restaurierungen der 1980er Jahre und Ergänzungen an Dachgauben heute sein Erscheinungsbild von damals trägt. Die originale Technik der 1950er Jahre ging verloren; die heutige Mühlentechnik wurde 1985/86 mit Teilen aus regionalen Mühlen rekonstruiert. Die Anlage arbeitet als einläufiges Roggen-Mahlsystem mit drei Arbeitsböden; die hölzerne Welle überträgt rund 15 kW in das Innere. Umfangreiche Instandsetzungen und Ersatzmaßnahmen am Wasserrad führten 2015–2020 zur erneuten Funktionsfähigkeit für Schauvorführungen. Die Spreewehrmühle bleibt damit ein anschauliches Zeugnis regionaler Wasserbau- und Mühlentechnikgeschichte.

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