Im Toggenburg, im Dorf Bazenheid, bewahrt das Toggenburger Schmiede- und Werkzeugmuseum Bazenheid traditionelles Handwerk und die Geschichte der regionalen Werkzeugproduktion.
Das Museum wurde 1981 gegründet und steht im Kanton St. Gallen (Schweiz). Seine Wurzeln reichen zu einer Schmiede zurück, die 1924 von Rupert Meier gegründet wurde. Diese Werkstatt spezialisierte sich früh auf hochwertige Werkzeuge, vor allem Äxte, und lieferte Werkzeuge für Forst, Landwirtschaft und Dachdeckerei in der ganzen Schweiz. Nach einem Schlaganfall des Gründers übernahm sein Sohn Rupert im Alter von 22 Jahren den Betrieb und reagierte auf den Siegeszug der Motorsäge mit einer Umstrukturierung; aus dieser Zeit stammen die Entwicklung des sogenannten Olma‑Heuspaten und eine Spezialisierung auf Kettenglieder. Eine kleine Ausstellung anlässlich der 1200‑Jahr‑Feier von Bazenheid 1981, ergänzt um die Familiengeschichte, bildete den Ausgangspunkt für die Sammlung. In den 1990er Jahren wuchs die Sammlung weiter und erhielt 1993 für das Handwerkspanorama Unterstützung durch die Gemeinde Kirchberg in Form einer Scheune. Nach dem Tod des Eigentümers 2009 initiierten die Denkmalpflege des Kantons St. Gallen und die Gemeinde ein Konzept und die Inventarisierung des Bestandes. Am 3. Mai 2012 übernahm eine gemeinnützige Stiftung die Liegenschaft und Sammlung; ein Verein wurde mit dem Betrieb des Museums betraut (Gründung 9. Juni 2012).
Auf rund 3 000 Quadratmetern zeigt die Sammlung eine komplette, betriebsfähige Schmiedeeinrichtung, in der bei besonderen Anlässen Schauschmieden stattfinden. Zum Bestand gehört das sogenannte Walliser Hammerwerk von 1891, 1994 aus dem Technorama in Winterthur übernommen; ein wassergetriebener Wellenbaum aus einem 7 Meter langen Lärchenstamm treibt drei schwere Schwanzhämmer an. Im Handwerkspanorama werden im Erdgeschoss etwa 300 handgeschmiedete Werkzeuge sowie eine Darstellung verschiedener Schmiedearten gezeigt. In den oberen Geschossen sind rund 20 Gewerbe präsentiert, darunter Dachdecker, Drechsler, Gürtler, Küfer, Metzger, Schuhmacher und Zimmermann; im Dachgeschoss ergänzen Ausstellungen zur Müllerei und Landwirtschaft die Präsentation. Die Familien‑ und Unternehmensgeschichte der Werkzeugschmiede Meier ist integraler Teil der Ausstellung. Im Gebäude steht zudem ein Aufenthaltsraum im Erdgeschoss zur Verfügung. Das Museum veranstaltet darüber hinaus in der Regel öffentliche Anlässe, die das Handwerk erlebbar machen.