Hoch über dem Ruhrtal und dem Baldeneysee in Essen-Bredeney liegt die Villa Hügel, das repräsentative ehemalige Wohnhaus der Industriellenfamilie Krupp. Das schlossartige Anwesen umfasst rund 11.000 Quadratmeter Nutzfläche mit 399 Räumen und ist in einen etwa 40 Hektar großen Hügelpark eingebettet.
Errichtet wurde das Gebäude zwischen 1870 und 1873 auf Veranlassung Alfred Krupps als neuer Familiensitz, nachdem sich die Rolle der Familie im Unternehmenskontext verändert hatte. Die Bauphase verlief konfliktreich und verzögerte sich durch bauliche Probleme, Material- und Personalengpässe sowie durch den Krieg; fertiggestellt wurde das Haus Ende 1872, 1873 bezog die Familie die Räume. Über die folgenden Generationen veränderten sich Ausstattung und Nutzung: Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden umfangreiche Sammlungen und Erweiterungen, 1945 wurde das Anwesen von Besatzungstruppen genutzt und 1952 an die Familie zurückgegeben. Seit 1953 ist die Villa öffentlich zugänglich; heute gehört das Anwesen der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Kulturstiftung Ruhr hat dort ihren Sitz.
Im Haus sind zahlreiche historische Salons und Wohnräume erhalten; im Kleinen Haus zeigt die Historische Ausstellung Krupp die Familien- und Unternehmensgeschichte. Die Villa dient weiterhin als Veranstaltungsort für Ausstellungen und Konzerte und bewahrt technische Zeugnisse ihrer Zeit: von früh eingerichteten Wasserwerken und Gasanlagen über frühe elektrische Versorgung bis hin zu Heizungs- und Lüftungsexperimenten sowie einer historisch bedeutenden Orgel auf der Empore der Oberen Halle. Der Park, ursprünglich von seinem Erbauer angelegt und später zum englischen Landschaftspark umgestaltet, trägt mit altem Baumbestand zum Gesamterlebnis bei.