Vorderasiatisches Museum

Am Kupfergraben , Eingang Pergamonmuseum, 10178 Berlin, Deutschland

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Straße
Am Kupfergraben , Eingang Pergamonmuseum
PLZ/Ort
10178 Berlin
Land
Deutschland
Telefon
030 - 2090 5301
Fax
-

Web
http://www.smb.museum/smb/sammlungen/details.php?objID=23

Beschreibung

Auf der Museumsinsel in Berlin nimmt das Vorderasiatische Museum einen festen Platz unter den Staatlichen Museen zu Berlin ein. Es nutzt Räume im Haupt- und Untergeschoss des Südflügels des Pergamonmuseums und verwahrt einen international bedeutenden Bestand vorderasiatischer Altertümer. Wegen umfangreicher Instandsetzungsarbeiten bleibt das Haus bis zur geplanten Wiedereröffnung 2037 geschlossen.

Die Sammlung begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als Preußen in London Reliefs aus den Ausgrabungen in Ninive erwarb. In der Folgezeit wuchs der Bestand durch enge Verbindungen zu archäologischen Unternehmungen und Mäzenaten; 1899 wurde eine eigenständige Abteilung für vorderasiatische Funde an den Königlichen Museen etabliert. Nach Zwischenstationen in verschiedenen Gebäuden erhielt die Abteilung Platz im eigens für sie vorgesehenen Südflügel des später errichteten Pergamonmuseums; seit 1929 zog die Sammlung in die neuen Räume ein. In den 1930er Jahren wurden bedeutende Monumente wie das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße der Öffentlichkeit präsentiert; weitere Räume folgten, darunter ein Saal mit Wandbildern aus Boğazkale und Gipsabgüssen von Reliefs aus dem nahe gelegenen Felsenheiligtum.

Die Rauminszenierung mit monumentalen Rekonstruktionen, kräftigen Wandfarben, kombinierter Präsentation von Originalen und Abgüssen sowie ausgearbeiteter didaktischer Aufstellung war zur Zeit ihrer Entstehung außergewöhnlich und prägt das Erscheinungsbild bis in die Nachkriegszeit. Während des Zweiten Weltkriegs blieben die Sammlungen weitgehend erhalten; nach Rückgaben aus dem Ausland wurde die Sammlung bereits in den 1950er Jahren wieder öffentlich gezeigt.

Aktuell sind Umbauten und Neuordnungen geplant: Ein zentrales Depot in Berlin-Friedrichshagen soll großformatige Objekte aufnehmen, und der Südflügel des Pergamonmuseums soll im Zuge der Sanierung umgestaltet werden. Diese Eingriffe an den geschützten historischen Inszenierungen werden kontrovers diskutiert. Teile der Sammlungsbestände des früheren Tell-Halaf-Museums sollen künftig integriert werden; eine Toranlage aus Tell Halaf ist für den Übergang zwischen einem neuen Flügel und dem Südflügel vorgesehen.

Die Dauerausstellung umfasste rund 2.000 m² in 14 Sälen und präsentierte Exponate aus sechs Jahrtausenden, vom 6. Jahrtausend v. Chr. bis zur Zeit der islamischen Expansion. Die Objekte stammen überwiegend aus dem heutigen Irak, Syrien und der Türkei, ergänzt durch Funde aus Iran, Libanon und Jordanien. Schwerpunkte liegen auf Funden aus Sumer, Babylonien, Assyrien sowie dem nordsyrisch-ostanatolischen Raum, gewonnen bei Ausgrabungen in Städten wie Uruk, Assur, Ḫattuša, Tell Halaf oder Babylon. Zu den herausragenden Stücken zählten unter anderem das Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße, die Toranlage von Zincirli, ein Wasserbecken aus der Zeit Sanheribs, Teile des Eanna-Tempels aus Uruk sowie umfangreiche Sammlungen von Stempel- und Rollsiegeln und Keilschrifttexten.

Wegen der langfristigen Schließung wurde eine vollständige digitale Dokumentation der historischen Ausstellung vorbereitet; die Aufnahmen erfolgten 2023, und der virtuelle Rundgang „Babylon Reloaded“ wurde abgeschlossen.

Von 2015 bis zur vorübergehenden Schließung 2023 bot das Programm „Multaka – Treffpunkt Museum“ Führungen in Arabisch und Persisch an, die den interkulturellen Austausch zwischen Besucherinnen und Besuchern aus dem Vorderen Orient und den Ausstellungen förderten.

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