In der Niederlausitz trägt das Wendische Museum, niedersorbisch Serbski muzej, in Cottbus die zentrale Verantwortung für die Bewahrung von Kultur und Geschichte der Sorben/Wenden. Im Haus befindet sich die größte niedersorbische Trachtensammlung; darunter sind zahlreiche Spreewaldtrachten vertreten.
Die Wurzeln der Sammlung reichen bis 1908 zurück, als im Cottbuser Heimatmuseum eine Wendische Bauernstube eingerichtet wurde, die bis in die Zeit des Nationalsozialismus Bestand hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die damals ausgestellten Objekte verloren. In der DDR-Zeit entstand 1980 im Schloss Branitz eine Präsentation niedersorbischen Schrifttums, zunächst als Dauerausstellung, später als Wanderausstellung; die Bestände wurden anschließend eingelagert. Aus diesem Magazinbestand entwickelte man nach 1985 ein neues Ausstellungskonzept, das neben Schrifttum auch Musik, Volkstum und Bildende Kunst zeigen und eine Zeitungs- und Buchsammlung für die öffentliche Recherche bereitstellen sollte. Die langjährigen Bemühungen in den 1980er Jahren und nach der Wiedervereinigung führten schließlich zur Eröffnung der heutigen kommunalen kulturhistorischen Sammlung am 3. Juni 1994.
Das Museum verfügt über 15 Ausstellungsräume und zeigte bislang mehr als 40 Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Sämtliche Präsentationen werden zweisprachig deutsch-sorbisch (wendisch) gestaltet. Nach einer Umbauphase, die am 1. Januar 2016 begann, wurde vorübergehend im Stadtmuseum Cottbus eine Sonderausstellung zur Geschichte und Kultur der Sorben/Wenden gezeigt. Die Arbeiten am Museum waren 2019 beendet; mit einer neuen Dauerausstellung erfolgte die Wiedereröffnung am 28. Oktober 2020.