Als öffentliche Präsentation der wissenschaftlichen Bestände der Georg-August-Universität Göttingen fungierte das Zoologische Museum der Universität Göttingen. Es gehörte zum Johann-Friedrich-Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie und zeigte den für Besucher zugänglichen Anteil einer umfangreichen Forschungssammlung.
Das Museum war im ehemaligen Zoologischen Institut in der Berliner Straße 28 untergebracht, unweit des Göttinger Bahnhofs. Die Ursprünge reichen bis 1773 zurück, als das Haus als Königliches Academisches Museum gegründet wurde; die zoologischen Sammlungen zogen 1878 in das neu errichtete Gebäude in der Berliner Straße. Über Reisen und wissenschaftliche Netzwerke wuchsen die Bestände kontinuierlich an.
Die Sammlung umfasste mehr als 100.000 präparierte Tiere in Gläsern, Schachteln und Kästen und galt damit im Größenvergleich als eher klein (zum Beispiel gegenüber dem Überseemuseum Bremen mit rund 1 Million Präparaten oder dem Zoologischen Museum Hamburg mit etwa 10 Millionen). Zu den Stücken gehörten Typusmaterialien (Holotypen) sowie seltene und teilweise ausgestorbene Arten aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert aus verschiedenen Regionen der Welt.
Die Ausstellungen thematisierten die einheimische Tierwelt, evolutionäre Zusammenhänge und Systematik der Tiere sowie den Knochenbau und die Skelette der Wirbeltiere. Bedeutende Objekte waren das Skelett eines etwa 18 Jahre alten Pottwalbullen von rund 17 Metern Länge, das einen beträchtlichen Teil der Ausstellungsfläche dominierte und 2023 wieder zusammengefügt wurde, um im Café des im Haus eingerichteten Universitätsmuseums Forum Wissen aufgehängt zu werden. Ebenfalls gezeigt wurden ein Alkoholpräparat und eine Röntgenaufnahme eines sogenannten Rattenkönigs.
Seit Beginn eines umfangreichen Gebäuderenovierungsprojekts 2018 ist das Zoologische Museum geschlossen; eine Wiedereröffnung unter dem Namen Biodiversitätsmuseum Göttingen ist für Ende 2026 geplant. Anfang Juni 2022 wurde im Gebäude das Universitätsmuseum Forum Wissen eröffnet.