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museum.de MAGAZIN Nummer 30 ist erschienen

museum.de 12. Oct 2017

Legion of Honor.

Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Land, in dem ein Tellerwäscher über Nacht zum Millionär werden kann; und ebenso schnell anders herum. Von vielem gibt es in den USA das Beste: Forschungseinrichtungen, Kliniken, Kultur. Doch neben den negativen Nachrichten der letzten Monate ist vor allem die kulturelle Vielfalt dieses Landes in den Hintergrund getreten.

Seit 2017 ist San Francisco mein neues Zuhause. Außer mir, der Kleinstädterin aus Neumarkt, findet sich eigentlich alles was Rang und Namen hat rund um die Stadt des ewigen Frühlings. Doch nicht nur Google, Apple und Co. zog es in die Bay Area, auch hochkarätige Theaterproduktionen, Musicals, Opern und natürlich Museen ließen sich hier nieder. San Francisco ist bunt, voller Leben und divers - gerade diese Vielfalt bestärkte die frühere technische Assistentin in mir, neue Gebiete zu erforschen und sich intensiv mit den Museen San Franciscos zu befassen.

Insbesondere die Fine Arts Museen erregten in den letzten Monaten Aufmerksamkeit in Europa. Max Hollein, der ehemalige Leiter der Museen Städel, Liebieghaus und Schirn in Frankfurt, übernahm im Juni 2016 die Direktion beider. Unter seiner Führung erstrahlen das de Young Museum und die Legion of Honor in neuem Glanz. Einen Visionär, „der einen Bienenschwarm an Aktivitäten ausgelöst hat“, nennen ihn seine Mitarbeiter; der SF Chronicle schreibt, Max Holleins Ideen könnten zu einer Wiedergeburt der größten Kunstorganisation der Bay Area führen und dessen Rolle in der Kunstwelt radikal transformieren.

Mich empfing der vielbeschäftigte Direktor professionell, dabei aber herzlich, sympathisch und humorvoll. Trotz des Zeitdrucks fand Max Hollein während der Press Preview der aktuellen Ausstellung: „The Maori Portraits: Gottfried Lindauer‘s New Zealand“ Zeit für ein Treffen mit mir.

Er geleitete mich vor das Museum und alles, was folgte, war Perfektion. Mit offenen Armen empfangen hat mich nicht nur Max Hollein. Viel mehr scheint dies das allgemeine Motto der Modern Art Museen in San Francisco zu sein, was auch die Besucherzahlen reflektieren, denn diese sind doppelt so hoch wie im Juli des Vorjahres.

 

San Francisco und die Fine Arts Museen sind Paradebeispiele für unbegrenzte Möglichkeiten: Für Besucher und Heimische; für Kunstbegeisterte und Neulinge; für Klein und Groß; und am Ende kann sogar aus einer technischen Assistentin eine Kulturjournalistin werden - das ist es, was die USA ausmacht.

 

Ihre Karina Sturm aus San Francisco

 

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