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Sonderausstellungen 2015 : transalpin

04. Mar 2015
Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt

transalpin

Unter dem Motto „transalpin“ beschäftigen sich zwei Künstler unabhängig voneinander mit dem historischen Phänomen der Vermittlung von italienischem Gedankengut in der Architektur und im Kunsthandwerk durch die Graubündner Baumeister, die ausgehend vom wirtschaftlich unbedeutenden Misoxtal erfolgreich Aufträge und Anstellungen an Fürstenhöfen erhielten und dadurch ein reiches Oeuvre in vielen Regionen Mitteleuropas hinterlassen haben. Am deutlichsten geprägt durch diese welschen Künstler ist vielleicht die ehemalige fürstbischöfliche Residenzstadt Eichstätt. Zahlreiche Bauten - von der Residenz über Sakralbauten bis hin zu Domherrenhöfen - wurden über 200 Jahre durch die Graubündner Baumeister und Stuckateure geprägt. Bis heute zeugt die kleine Barockstadt Eichstätt mit ihrer historisch erhalten gebliebenen Bausubstanz und eben jener italienischen Formensprache von dem enormen Einfluss der Künstler. Dieses künstlerische Erbe der Graubündner Baumeister beschäftigt auch zeitgenössische Künstler, die mit ihren Techniken, Ideen, Motivationen und Intentionen das Thema "transalpin" auf ihre ganz eigene Art umsetzen.


Der erste Teil der Sonderausstellung "transalpin" zeigt mit LITHOS GABRIELI (15. 04. - 28.06.) Lithographien der Künstlerin Li Portenlänger. Sie studierte Malerei und Graphik, sowie Freier Tanz in Bremen und Lithographie in Brüssel. Seit 1998 leitet sie die Lithographie-Werkstatt der Stadt Eichstätt und widmet sich zum großen Teil dem bauhistorischen Erbe des Graubündner Baumeisters Gabriele de Gabrieli. Im Jahr 2013 setzte sie sich im Rahmen eines Arbeitsstipendiums des Kantons Graubünden mit diesem Thema auseinander und entwickelt es lithographisch bis heute weiter.


Im zweiten Teil von "transalpin" werden leuchtende Gemälde in altmeisterlicher Manier des aus Graubünden stammenden Künstlers Claudio Viscardi unter dem Titel „Brücken, Bridges, Ponti“ ab 15. Juli 2015 zu sehen sein. In der Ausstellung mit ihrem dreisprachigen Titel spiegelt sich auch die eigene multikulturelle Situation Viscardis wider, der in Graubünden als ein Nachfahre des berühmten Baumeisters Giovanni Antonio Viscardi geboren ist und heute in Irland lebt. Gezeigt werden ca. 20 Gemälde, in denen  die architektonischen Aspekte der süddeutschen Baukultur in Verbindung mit den Graubündner Baumeistern bildlich umgesetzt werden. Außerdem soll auf dem Residenzplatz eine künstlerisch gestaltete, begehbare „Struktur“ aufgebaut werden.

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