In frühester Zeit (um 1200) war der Flecken Brunsbüttel nicht viel mehr als ein Ausgangspunkt für Piraterie und seeräuberische Attacken der Küstenbewohner auf die vor ihrer Küste vorbeifahrenden Schiffe. Der breite Strom der Elbe ist hier weit zu überblicken und mit den Mitteln der Täuschung und schneller Überfälle leicht zu beherrschen gewesen. Nach und nach wandten sich die Dithmarscher jedoch zivilisierteren Tätigkeiten zu wie Fischfang, Ackerbau und dem Handel. Schließlich zwangen wiederholte Deichbrüche und verheerende Überschwemmungen die Bewohner des ursprünglichen Kirchspiels zur Aufgabe ihrer Häuser und zum Umzug auf trockeneres Land (1677).
Mit dem Bauholz der alten Häuser wurde der Ort am neuen Flecken, dem heutigen Brunsbüttel-Ort wiedererrichtet. Jedoch auch hier bereitete das Wasser den Brunsbüttelern große Schwierigkeiten. Zu Weihnachten 1717 traf eine besonders schwere Flut das Dorf. Die Deiche brachen, überschwemmten weite Teile des bewirtschafteten Landes, und die Fluten rissen 173 Menschen in den Tod.Die Braake ist heute noch sichtbares Mahnmal dieser Naturkatastrophe. Nach mehrfachen gescheiterten Versuchen gelang 1762/63 schließlich die Wiedereindeichung des verlorenen Landes.
Den großen Aufschwung erlebte Brunsbüttel mit dem Entschluss Kaiser Wilhelms I. 1886, zwischen Brunsbüttel und Kiel eine Kanalverbindung für die deutsche Kriegsflotte zu bauen. 1895 bereits wurde der „Kaiser-Wilhelm-Kanal” oder – wie er heute genannt wird – der Nord-Ostsee-Kanal vom Kaiser persönlich eingeweiht.Am 8. Dezember 1948 wird der Gemeinde Brunsbüttel aufgrund des großen Bevölkerungswachstums vom Land die Bezeichnung „Stadt” verliehen. Für viele Flüchtlinge aus dem Osten wurde Brunsbüttel nach dem Krieg zur zweiten Heimat. Toleranz und Fremdenfreundlichkeit gehören zum Wesen dieser der Seefahrt zugewandten weltoffenen Gemeinde.
Foto: © Stadtmanagement Brunsbüttel, Text: https://www.stadt.brunsbuettel.de/unser-brunsbuettel/hat-geschichte-und-tradition/geschichte-der-stadt