Station: [2] Tom Burr, No Access: cluster one (B, D, E, I, M), 2015/2017


Tom Burr (*1963 in New Haven, lebt in New York und Connecticut) zählt zu den wichtigsten Konzeptkünstlern der Gegenwart. In seinem Werk sind Bezüge zur Ästhetik der Großstadt, zur Subkultur schwulen Lebens, zur Minimal Art und zum avantgardistischen Film erkennbar. Für „KölnSkulptur #8“ versammelte Burr 26 schwarze Screens in einem von ihm festgelegten Cluster, etwa handballfeldgroßen Areal. Ihre Zahl ergab sich aus dem Alphabet. Nach Ausstellungsende von KölnSkulptur #8 verbleiben die Buchstaben B, D, E, I und M als „No Access: cluster one“ an einer neuen Position im Park. Die Objekte, die speziell für diesen Ort entwickelt wurden, haben an ihren Vorderseiten hochpolierte verdunkelte Spiegel, an ihren Rückseiten ein „X“ aus lackiertem Stahl, das als statisches Behelf für die Konstruktion dient. Unverkennbar bezieht sich Burr mit "No Access" auf die digitalen Oberflächen unserer Gegenwart. Er nannte das ursprüngliche Ensemble daher auch einen “Cluster of 26 Dead Iphones“. Schon die Maler im 17. und 18. Jahrhundert verwendeten Rahmen mit Spiegel, (sogenannte „Claude-Gläser“), um einen Ausschnitt für ihre Landschaftsgemälde zu wählen. Burr vergrößert sie zu schlichten, stereometrischen und angsteinflößenden Formen. Verwirrende Spiegelungen sind die Folge und räumlich bizarre Erlebnisse.

 

Tom Burr

No Access: cluster one (B, D, E, I, M), 2015/2017

Edelstahl, geschwärzt, poliert, Alucobond, Aluminium

26-teilig

Courtesy of the artist, Galerie Neu, Berlin, Bortolami Gallery, New York

© Stiftung Skulpturenpark Köln, 2015, Foto: Axel Schneider, Frankfurt am Main