Station: [169] Obere Mühle

  • Museum Bürgstadt

Im Bay. Staatsarchiv ist ersichtlich, dass im Jahre 1250 in Bürgstadt drei Müller verzeichnet sind, die zinspflichtig waren. Nach Aufzeichnungen von Heimatforscher Dekan Norbert Schmitt ist die älteste Erwähnung der oberen Mühle wohl 1569 mit dem Müller Hans Mohr feststellbar. Danach gibt es einen Lukas Müller, der in der Zunftliste von 1595 bis 1608 verzeichnet ist. Dieser wohnte auch im Haus in der Hauptstraße Nr. 15. An diesem Haus sind auch noch seine Initialen „LM“ und eine „Müllerhaue“ abgebildet. Auch wurde von ihm ein Bildstock aus dem Jahre 1609 gefunden, der heute im Museum in Bürgstadt zu finden ist. 1732 wurde die Obermühle von einem großen Erfhochwasser, dem sog. „Michelswasser“ weggerissen und dann von dem Obermüller Sebastian Reichert wieder aufgebaut. Zwei seiner Enkel wurden später geadelt. Die Obermühle verzeichnet viele Besitzerwechsel. 1796 wurde die Mühle geteilt. Während Franz Xaver Reichert eine Öl- und Gipsmühle betrieb, führte dessen Schwager Andreas Stier die Mahlmühle fort. 1871 war Karl Beck Besitzer des Anteiles von Franz Xaver Reichert. Durch Schicksalsschläge wurden die beiden Mühlen 1918 wieder vereinigt. Der Sohn von Karl Beck, Anton Beck übernahm die Mühle und baute 1919 eine Werkshalle für eine Schneidmühle mit Kistenherstellung, Sägewerk und eine Wasserturbine zur Stromherstellung ein. Johannes Bahr führte den Betrieb der Mahlmühle bis 1960 und das Sägewerk bis 1961. Danach wurde auf dem Sägewerksgelände eine Fabrikationshalle für Fenster- und Rollladenbau von Josef Netuschil erstellt.