Station: [06] Starigard / Oldenburg im Krieg

  • Oldenburger Wallmuseum

Die Bedrohung durch Dänen, Franken und slawische Nachbarstämme gehörte für die Burgbewohner Starigards zum Alltag. Es kam häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Der Großteil der Kämpfer waren einfache Bauern, wie Sie ihn auf der linken Seite dieser Figurengruppe sehen. Die Bewaffnung dieser Fußkrieger bestand aus Werkzeugen des täglichen Lebens, die rasch und kostengünstig herzustellen waren. Messer und Schmaläxte waren in jedem Haus zu finden, Pfeil und Bogen sowie Speere wurden zur Jagd benutzt. Nur wenige von Ihnen hatten zum Schutz einen kleinen Schild zur Verfügung. In Großburgen, wie es Starigard war, gab es aber auch Reiterkrieger. Sie stammten aus einer höheren gesellschaftlichen Schicht. Ihre Ausrüstung war qualitativ wertvoller und auch teurer. Der Erwerb und der Unterhalt eines Pferdes waren sehr kostspielig. Reiterkrieger waren mit Schwertern bewaffnet. Diese wertvollen zweischneidigen Hiebwaffen gelangten im frühen Mittelalter aus dem fränkischen Westen, oft über Skandinavien, in die slawischen Gebiete. Im 10. Jahrhundert galten Inschriften wie Ulfberth oder Ingelri als eine Art Qualitätsstempel. Sie gaben Auskunft über den Waffenschmied oder seine Werkstatt. Zum Schutz des Reiters diente ein großer hölzerner Schild, dessen eiserner Schildbuckel die Hand des Kämpfers schützte. Lederpanzer bewahrten die Reiter vor Pfeilen oder Schwerthieben. Ganz selten gab es eiserne Ringbrünnen, besser bekannt als Kettenhemden, und Helme. Für den westslawischen Raum galt der spitzkonische Helm mit einem Nasal, dem Nasenschutz, als typisch. Die Vitrinen links von Ihnen zeigen die für die slawische Reiterausrüstung typischen Hakensporen, Steigbügel und Trensen. Hufeisen waren bereits seit dem 8. Jahrhundert bekannt, wurden allerdings selten benutzt. Zu den häufigsten Funden gehören Pfeilspitzen, deren Machart über die Herkunft der Angreifer Auskunft gibt.