Station: [12] Christianisierung

  • Oldenburger Wallmuseum

Erste Pläne, die heidnischen Slawen zu christianisieren, gab es schon unter Otto dem Großen, der Starigard 972 zum Missionsbistum machte. Teile der herrschenden Oberschicht nahm das Christentum an. Belegt wird diese Tatsache durch die Bestattungsriten: Die Gräber in dem Gräberfeld haben nun eine Ost-West-Ausrichtung und heidnische Grabbeigaben fehlen völlig, stattdessen finden sich christliche Symbole, wie dieser Kruzifixanhänger. Für die einfache Bevölkerung bedeutete die Christianisierung vor allem Unterwerfung unter die deutsche Oberhoheit. Neben den Abgaben an die Fürsten hatte das Volk nun auch den Zehnten an den Bischof zu zahlen. Viele der althergebrachten Sitten und Gebräuche wurden unterdrückt. So verwundert es nicht, dass die Slawen mehrfach versuchten, sich aus dem Joch der wirtschaftlichen und religiösen Unterdrückung zu befreien. Auf der Schautafel mit der Nummer 32 links neben Ihnen können sie die wechselnden Kriegszüge zwischen Slawen und Sachsen bis etwa 1066 verfolgen. Der größte Aufstand fand 983 statt und gipfelte in der Zerstörung der Kirche und des Bischofssitzes. Aus der Zeit dieses Slawenaufstandes stammen die Funde der Vitrine Nummer 34. Sie zeigen Rekonstruktionen der beim Brand der Kirche zerstörten Kirchenausstattung. Wenn sie möchten, können sie rechts das Türchen mit der Nummer 33 öffnen und die Nachbildung der Läuteglocke aus dem 9. Jahrhundert zum Klingen bringen. Die Christenverfolgung richtete sich vor allem gegen die Repräsentanten der christlich sächsischen Machthaber, also hauptsächlich die Priester und Steuereintreiber. Christliche Händler und Handwerker wurden hingegen kaum behelligt. 1066 wurde die Kirche erneut zerstört als der heidnische Fürst Kruto den christlichen Bischof Gottschalk stürzte. Aus diesem Brand wurden Fragmente des Zierbelags aus Knochen des links gezeigten Reliquienkästchens geborgen.