Station: [16] Töpferei

  • Oldenburger Wallmuseum

Bis zum 9. Jahrhundert stellte jeder Haushalt die benötigten Tongefäße selbst her. Dabei wird Ton in Wulste übereinander gelegt, geformt und getrocknet. Diese Technik nennt sich Aufbaukeramik. Anschließend brennt man die Gefäße in Brenngruben bei niedrigen Temperaturen. Auf Grund ihrer unebenen Oberfläche lassen sich nur schwer Verzierungen anbringen. Zudem zerbrechen sie sehr schnell. Auch alle anderen Handwerke, die sie in den nachfolgenden Vitrinen sehen, hatten ihren Ursprung zunächst im Hauswerk. Mit Aufkommen der Burgstädte im 10. Jahrhundert stiegen die Nachfrage und der Handel mit Gebrauchsgütern. Das Hauswerk entwickelte sich zum Handwerk. Spezialisierte Handwerker fertigten nun für den fremden Bedarf und verdienten damit ihren Lebensunterhalt. Die in dieser Vitrine gezeigte Oldenburger Prachtkeramik, die von Archäologen sogar in Byzanz gefunden wurde, ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Die Spezialisierung des Töpferhandwerks begann mit einem härteren Brand der Gefäße und ihrer Formung auf einer drehbaren Unterlage, dem Vorgänger unserer heutigen Töpferscheibe. Die nachgedrehten Gefäße waren mit Kammstrichmustern verziert. Dazu nutze der Handwerker einen Töpferkamm mit Zinken. Drehte man die Töpferscheibe schneller, hinterließen die Zinken tiefe Rillen auf der Oberfläche, die sogenannten Gurtfurchen. Zeichen der Spezialisierung sind zudem die am Boden der Gefäße angebrachten Töpfermarken, von denen Sie einige auf der Tafel an der rechten Seite der Vitrine sehen können.