Station: [17] Schmuckhandwerk

  • Oldenburger Wallmuseum

Als ein typisches Merkmal frühstädtischer Siedlungen wie es Starigard war, gelten Werkstätten zur Verarbeitung von Bunt- und Edelmetallen. Unter der Nummer 5 sehen Sie einen kleinen Gusstiegel aus Stein. Gusstiegel zählen zu den häufigsten Belegen des Wirkens von Feinschmieden. Da das Material Stein die hohen Schmelztemperaturen von Gold oder Silber nicht aushält, goss der Feinschmied diese Formen mit Blei oder Zinn aus. Von den auf diese Weise entstandenen Modeln nahm er Abformungen aus Ton vor, mit deren Hilfe das tatsächliche Schmuckstück aus Gold oder Silber entstand. Dabei wurde die Tonform zerstört, der Model aus Blei oder Zinn konnte jedoch mehrfach benutzt werden. Viele Schmuckstücke stellte der Feinschmied aber auch als Treibarbeiten her. Ein großer Teil der für die slawischen Frauen typischen Schläfenringe waren Hohlringe, die aus Silber- oder Bronzeblech getrieben wurden. Die Frauen trugen diese Schläfenringe, die Sie in der Vitrine unter der Nummer 8 sehen, an Kopftüchern oder Stirnbändern aufgenäht an der Schläfe. Anzahl und Material der Ringe spiegelten den gesellschaftlichen Rang der Frau wieder. Aufgelötete feine Drähte oder Kügelchen erhöhten den Wert des Schmuckstückes. Neben Gold und Silber stellten die Handwerker aber auch Schmuck aus Bergkristall, Karneol, Bernstein oder Glas her. Die Rohstoffe zur Schmuckherstellung mussten importiert werden. Glas führte man aus dem Rheinland oder aus dem Mittelmeerraum ein, Bernstein aus den baltischen Ländern und für den Silberschmuck benutzte man arabisches Münzsilber.