Station: [21c] Handwerkergasse - Die Weber

  • Oldenburger Wallmuseum

Im Nachbarhaus lebt und arbeitet eine Familie von Webern. Da sie für den Export arbeiten ist ihr Haus ebenfalls besser ausgestattet als das Schuhmacherhaus. Es gibt zwei Räume, vorne ist die Werkstatt, hinten der Wohnraum. In der Werkstatt steht bereits ein sogenannter Trittwebstuhl, wie er hierzulande seit dem 11. Jh. in Gebrauch war. Mit Hilfe von Fußpedalen wird ein Teil der Kettfäden angehoben, wodurch sich ein Fach bildet, durch das der Schussfaden geführt wird. Tritt man noch einmal, so wird ein anderer Teil der Kettfäden angehoben und es bildet sich ein neues Fach für den Schussfaden. Dadurch verkreuzen sich die Fäden bilden das Gewebe. Neben der Wollverarbeitung wird auch Flachs gesponnen und zu Leinenstoffen gewebt. Leinen war ein wichtiges Ausfuhrprodukt der slawischen Länder im Mittelalter. Die Straßen zwischen den Häusern sind ebenso wie der freie Platz gegenüber dem Weberhaus mit Holzbohlen ausgelegt. Dieser Bodenbelag ist typisch für die frühen Städte. Er ermöglicht es den Bewohnern, auch bei regnerischem Wetter von Haus zu Haus zu gehen, ohne sich das Schuhwerk zu verderben. Hier wird der freie Platz von den Frauen zu einem kleinen Schwatz genutzt. Eine Frau hat Wolle und eine Spindel dabei, um die Zeit zum Spinnen der Wolle zu nutzen. Hiermit endet dieser Ausstellungsrundgang und wir bitten sie, sich vor der Scheune nach rechts zu wenden und die „Slaweninsel“ zu betreten.