Station: [24] Schiffe im Hafen

  • Oldenburger Wallmuseum

Im 8. - 12. Jahrhundert war Starigard das nordwestlichste Handelszentrum der Slawen. Hier kreuzte sich der damals schiffbare Oldenburger Graben von Weißenhaus/Putlos nach Dahme mit dem Straßenhandelsweg von Lübeck nach Fehmarn. Das Transportieren der Waren auf dem Landweg war anstrengend, gefährlich und zeitaufwendig. Über Flüsse und Kanäle gab es die Möglichkeit, die Handelsware über größere Strecken in kürzerer Zeit zu verschiffen. Für den Fluss musste die Bauform der Schiffe breit sein mit einem geringen Tiefgang. Als Hafen zum Anlegen genügte ein flacher Streifen Land. Der Frachtsegler„Starigard“, direkt vor Ihnen am Steg, wurde im polnischen Wollin originalgetreu nachgebaut. Die Eichenholzplanken werden mit Holzdübeln aus Weide zusammen gehalten im Gegensatz zu den Wikingerschiffen, bei denen Eisennägel verwendeten wurden, wie bei unserem zweiten Schiff, der „Ratatorsk“. Die Zwischenräume der Planken sind mit Schafwolle und Birkenpech abgedichtet. Der Mast, die Rah und die Riemen sind Fichten aus Skandinavien. Das Schiff kann gerudert und auch gesegelt werden. Die „Starigard“ hat ein einziges großflächiges Segel, das aus gewebten Leinenbahnen besteht. Um das Leinen gegen die Zersetzung durch Salzwasser und Sonnenlicht zu schützen, wurde es wie bei den Slawen in einer „Lohe“ getränkt, die das Leinen zudem braun färbte. Die Slawen benutzten auch Segel aus Jute oder Hanf oder aus ungezwirnten Wollfäden, die in kleineren und größeren Bahnen gewebt und dann vernäht wurden. Sie ähnelten einem heutigen gewebten Tuch - oder Lodenstoff Die Starigard ist 11 m lang, 3 m breit und hat einen Tiefgang von 60 cm. Damit kann das Schiff auch in sumpfigem Gelände bewegt werden. Wenn die Starigard voll beladen ist mit 5 Tonnen an Leinenstoffen, Säcken, Fässern und anderen Dingen, reicht sie nur 65 cm tief ins Wasser. Bemerkenswert ist, dass diese Schiffe keine Kajüte hatten. Die Menschen deckten sich und ihre Ware mit großen Planen zu.