Station: [10] Christian Morgenstern: "Norwegische Gebirgslandschaft am Slidrefjord", 1829

  • Museum Kunst der Westküste

Das Bild Norwegische Gebirgslandschaft am Slidrefjord aus dem Jahr 1829 lässt den Blick des Betrachters vorbei an einem Felsmassiv in die Bucht einer hoch aufragenden Gebirgskette schweifen. Vorne führt ein Weg entlang der zerklüfteten Anhöhe, auf der ein Mann mit hohem Stab neben einem mit Säcken schwer beladenen Pferd wandert. Ein weiterer Hinweis auf die Anwesenheit von Menschen in der unberührten Gebirgslandschaft wird im Hintergrund durch das Aufsteigen einer kleinen Rauchsäule gegeben. Sehr detailreich werden die Flächen der Felsbrocken und die kargen Pflanzen des Hochgebirges wiedergegeben. Selbst in weiterer Entfernung sind die Baumkronen am Uferhang und ein von der höchsten Bergspitze herabstürzender Gebirgsbach deutlich erkennbar. In Hamburg lernte Morgenstern zunächst, landschaftliche Prospekte und Panoramen anzufertigen, was seine illusionistischen Fähigkeiten schulte. Später wandte er sich der Landschaftsmalerei zu und studierte an der Akademie in Kopenhagen. Das beschriebene Bild entstand nach Naturstudien während einer Norwegenreise im Jahr 1827. Christian Morgenstern gehörte zu den ersten Künstlern, die sich im frühen 19. Jahrhundert nach Norwegen aufmachten und sich damit von der zuvor bedeutsamen Schulung an der italienischen Kunst und Landschaft abwandten.