Station: [13] Edvard Munch: "Fischer am Wasser", 1881

  • Museum Kunst der Westküste

Edvard Munchs Werk Fischer am Wasser aus dem Jahr 1881 zählt zu seinen ersten Ölgemälden. Mit lockeren Pinselstrichen fängt der erst 18-Jährige Munch eine Szene an einem Fjord ein. Links verläuft eine steinige Uferkante, die von einer Gruppe dichter Bäume, in hellgrünem Laub stehenden Birken und dunklen Fichten, überragt wird. Im Hintergrund schließt sich ein dunkles Waldstück an. In diese Landschaft bettet der Maler vorne am Ufer einen Angler sowie im rechten Mittelgrund ein Boot mit den Silhouetten zweier Personen. Insbesondere die Spiegelung des hinten liegenden Waldes in der unbelebten Wasserfläche und die regungslosen Personen unterstreichen die friedliche Stimmung eines Sommertages in der unberührten Weite und Stille der norwegischen Landschaft. Szenen mit vereinzelten Figuren am Meeresufer behalten eine bleibende Bedeutung für das Werk Edvard Munchs. Die Strandbuchten dienten ihm als Bühne für symbolisch aufgeladene Visionen menschlicher Gefühle wie Angst, Melancholie oder Liebe. Vor allem der steinige Ufersaum verweist auf die bleibende Faszination, die von den Fjorden und dem häufig von ihm aufgesuchten Åsgårdstrand ausging. Von der äußerlich erlebten Natur geht Munch um 1890 zu ihrer Verbildlichung durch sein innerliches Erleben über. Neben Vincent van Gogh und Paul Gauguin gilt er als bedeutendster Wegbereiter expressionistischer Kunst in Europa.