Station: [15] Johan Barthold Jongkind: "Segelboote auf der Maas", 1870

  • Museum Kunst der Westküste

Den holländischen Landschaftsmaler Johan Barthold Jongkind zog es immer wieder in die Nähe des Wassers. Er malte eine Vielzahl von Fluss-, Hafen- und Küstenansichten. Nach seinem Studium bei Andreas Schelfhout ging er erstmals 1846 nach Paris. Hier malte Jongkind alltägliche Szenen an der Seine und den Kanälen der Stadt. Zwischenzeitlich kehrte er nach Holland zurück und reiste häufig auch an die normannische Küste. In der Künstlerkolonie Honfleur, die als ein Gründungsort der impressionistischen Landschaftsmalerei gelten kann, lernten sich Jongkind und der junge Claude Monet kennen. Dieser wurde nachhaltig von ihm beeinflusst. Jongkind zählt neben seinem französischen Malerfreund Eugène Boudin zu den bedeutenden Wegbereitern des Impressionismus. Als hervorragender Aquarellist fing Jongkind flüchtige Lichtstimmungen ein – etwa Reflexionen des Lichts auf der Wasseroberfläche durch unruhige offene Konturen. Diesen Charakter haben auch viele seiner Landschaftsgemälde, die oft nach den im Freien geschaffenen Aquarellen entstanden. Mit der Grautonigkeit und den Motiven des einfachen holländischen Lebens steht Jongkind den Malern der Haager Schule nahe, einer bedeutenden niederländischen Künstlergruppe des ausgehenden 19. Jahrhunderts.