Station: [2] Peder Severin Krøyer: "Am Südstrand von Skagen", 1883

  • Museum Kunst der Westküste

Das hochformatige Gemälde zeigt den Südstrand von Skagen. In einer leichten Kurve zieht sich dieser in die Ferne und nimmt dabei mehr als drei Viertel der Bildfläche ein. Am Horizont erheben sich Dünen, rechts erstreckt sich das Meer; darüber liegt dunkel und rau ein schmaler Streifen Himmel. Der Betrachter findet seinen Standpunkt mitten auf dem reingewaschenen Sand. Der Blick fällt auf eine Fußspur, die dem Verlauf des Meeressaumes folgt. Die Spur führt zu einer kleinen, dunklen Gestalt, die unterhalb des Horizontes am Meeresufer dahinwandert und eine Schar Möven aufschreckt, die über das Meer davonzieht. Die Figur unterstreicht die Weite der Landschaft und verkörpert in ihrer Einsamkeit die tragende Stimmung des Gemäldes: Mit der anbrechenden Dämmerung legt sich das kühle Blau des Himmels über die Landschaft und strahlt Ruhe, aber auch eine gewisse Schwermut aus. Die Stille und Kontemplation, die Krøyer hier verbildlicht, spiegelt die Zurückgezogenheit, die die Maler in Skagen suchten – und fanden. Insbesondere jener bläuliche Schimmer, in dem die Landschaft atmosphärisch erstrahlt, wird charakteristisch für die Skagenmalerei Krøyers und drückt seine individuelle Leidenschaft für das nordische Licht aus: „Skagen kann bei starkem Sonnenlicht und bei zu gutem Wetter ziemlich langweilig aussehen. […] Aber wenn die Sonne untergeht, erlebe ich seit einigen Jahren meine Lieblingsstimmung.“ – es ist jene der Blauen Stunde.