Station: [31] Emil Nolde: "Küstenlandschaft", undatiert

  • Museum Kunst der Westküste

Der Expressionist Emil Nolde gehört sicher zu den interessanten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine ambivalente Rolle während des Nationalsozialismus – einerseits als „entarteter Künstler“ geltend, andererseits selbst überzeugtes Parteimitglied – wird aktuell intensiv diskutiert. In Nolde, einem kleinen Ort im damaligen Nordschleswig geboren, bleibt er seiner Heimat zwischen den beiden Meeren im deutsch-dänischen Grenzland dauerhaft verbunden. In seinem Werk nimmt die Aquarelltechnik, die er nach und nach perfektionierte und die in enger Wechselwirkung zu seinen Ölgemälden steht, einen sehr hohen Stellenwert ein. Das Aquarell Küstenlandschaft zeigt die Sicht auf eine Steilküste. Die ausgesparten weißen Flächen des Untergrundes bilden einen Teil der Wasseroberfläche und des Himmels. Alle Bildgegenstände sind mit schwarzen Linien konturiert, wie etwa die zwei Segelboote oder das größere Schiff, von dem dichter Rauch aufsteigt. Mit wenigen Pinselbewegungen und Tupfen wird eine bedeckte Wetterlage ausdrucksvoll dargestellt. Blau und Orange erzielen einen starken Kontrast und leuchten. Nolde sprach von der „Musik der Farben“, die in seinen Werken zusammenklingt. Das nicht datierte Aquarell ist vermutlich im Zuge einer seiner Reisen an die Nordwestküste Jütlands entstanden.