Station: [12] Such- und Kriechstollen
Hier sehen Sie einen typischen Such- und Kriechstollen. Dieser ist circa 1,20m hoch, damals hatten sie aber nur eine Höhe von 80 bis 100 Zentimetern.
Also konnten die Achatsucher nicht aufrecht in den Stollen arbeiten, sondern mussten das harte Gestein liegend, knieend und kriechend, mit Hammer und Meißel aufschlagen.
Natürlich durfte man hier nicht umsonst nach den Edelsteinen suchen. Man musste den Eigentümern des Gebietes, den damaligen Grafen von Schloss Oberstein, ein Drittel des Fundes abliefern.
Man kann davon ausgehen, dass ein Mann circa ein Jahr schwerste körperliche Arbeit verrichten musste, um circa einen Meter im harten Felsgestein voran zu kommen.
Leider kam es auch vor, dass man nicht auf eine Edelsteinader gestoßen ist und auch keine Edelsteine gefunden wurden.
Elektrisches Licht gab es damals auch noch nicht. Als Lichtquelle hat man damals solche Öllampen genutzt. Man nennt sie „Eiserne Frösche“. Darin wurden Öl, Talg und auch tierische Fette, mittels hölzerner Dochte verbrannt.
Damit auch wir einen Eindruck über die Lichtverhältnisse damals bekommen, wird nun diese Öllampe angezündet und das Licht ausgeschaltet.
Diese Stollen dienten auch als Belüftungsschächte. Dadurch waren die Achatsucher allerdings ständiger Zugluft ausgesetzt. Dies in Verbindung mit der schweren körperlichen Arbeit, der ständigen Feuchtigkeit und der schlechten Luft durch die Öllampen, führte dazu, dass die Achatsucher oft schon in jungen Jahren schwer erkrankten. Lungenentzündungen und Husten standen an der Tagesordnung, waren damals aber kaum therapierbar.
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Steinsucher lag gerade mal bei 35 bis 40 Jahren.

