Station: [15] Aartalbahn, Bendersche Mausefalle

  • Nahaufnahme Wagenmodelle in der Vitrine
  • Mausefallen Nahansicht

M: Hier geht es um all die Verkehrsmittel des öffentlichen Personen- und Nahverkehrs, die Dotzheim mit dem Rest der Welt verbinden und verbanden: Busse, Straßenbahnen und bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts auch die Eisenbahn.

 

F: In der mittleren Etage unserer Wandvitrine sehen Sie einige Eisenbahn-Miniaturmodelle. Mit der Langenschwalbacher oder Aartalbahn verfügte Dotzheim über eine echte Attraktion, die Kurgäste und Einheimische von Wiesbaden über Dotzheim quer durch den Taunus bis in den Rhein-Lahn-Kreis transportierte. 1889 wurde der südliche Abschnitt zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach in Betrieb genommen. Die Wagen waren Spezialanfertigungen, die eigens für das Befahren der Bergstrecke im Taunus konstruiert wurden. Bei den damals üblichen Wagen mit drei starren Achsen bestand die Gefahr, in den sehr engen Kurven zu entgleisen. Also baute man Wagen mit jeweils zwei zweiachsigen Drehgestellen, die der bergigen und kurvenreichen Streckenführung gewachsen waren.

Wenn Sie die Aartalbahn in Aktion sehen möchten – am Ende dieses Audiokommentars können Sie über einen Link einen kleinen Film des Dotzheimer Filmemachers Harald Kuntze abrufen.

M: Dotzheims Bahnanbindung wurde nicht nur von Touristen und Kurgästen genutzt. Auch der wirtschaftliche Aufschwung hing wesentlich von der verkehrstechnischen Anbindung ab. Die Blechwarenfabrik von Carl Bender beispielsweise exportierte ihre Erzeugnisse mit der Eisenbahn. Ihr wichtigstes Produkt sehen Sie in der Wandvitrine gleich unter den Modelleisenbahnen: Die Mausefalle „Capito“, bei der die Maus gefangen und dann ertränkt wird. 1896 patentiert, entwickelte sie sich zum Exportschlager. Mit Eisenbahn und Schiff reiste sie bis in die Vereinigten Staaten. Doch auch daheim in den nassauischen Landen tat „Capito“ gute Dienste. Einen Raum, in dem sie garantiert oft zur Anwendung kam, sehen Sie als nächstes: die historische Küche.

Film Station 15: © Harald Kuntze, Dotzheim