Station: [2] Landwirtschaft und Industrie

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F: Ein Pflug, ein Handkarren, eine große Milchkanne, Wagenräder – jahrhundertelang war das Leben in Dotzheim von der Landwirtschaft geprägt. Rund um das Dorf betrieben die Bauern Getreide-, Obst- und Weinanbau.

M: Doch spätestens 1889, als der Ort an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, kamen die Fabriken nach Dotzheim. Rund um den Bahnhof entstand ein Industriegebiet mit Möbel- und Maschinenfabriken. Das Unternehmen von Carl Bender produzierte seine berühmte Mausefalle „Capito“ und mehrere Kapselfabriken fertigten die bunten Aluminiumkappen für Wein-, Bier- und Limonadenflaschen. In der „Metallkapsel- und Staniolfabrik Georg Pfaff“ beispielsweise wurden kurz nach der Jahrhundertwende täglich zehntausende Flaschenverschlusskappen hergestellt, geprägt und an die Getränkefirmen in ganz Deutschland versendet.

F: In trauriger Erinnerung ist der 15. November 1921 geblieben, als sich im Industriegebiet ein verheerendes Unglück ereignete: In der Fauthschen Ölmühle, die Speiseöle produzierte, explodierte ein Benzintank und brachte das Gebäude zum Einsturz. In den Trümmern wurden sieben Tote geborgen, unter den Angestellten der Ölmühle und der benachbarten Holz- und Blechwarenverarbeitungsfabrik von Carl Bender gab es 150 Verletzte. Es war der schlimmste Unfall, der sich je in Dotzheim ereignet hat.

M: Wenn Sie mehr über diese Explosion, die Dotzheimer Industrie und das ortsansässige Gewerbe erfahren wollen, blättern Sie durch die großen Rahmen der Wandgalerie, links neben den Fenstern.