Station: [7] Dotzheimer Frauen

  • Wandinszenierung

F: Anna Braun und Lina Fischer hießen die beiden Hebammen, die mehrere Generationen kleiner Dotzheimer auf die Welt gehoben haben. Sie waren zwei der wenigen berufstägigen Frauen, die vor dem Ersten Weltkrieg in Dotzheim nachgewiesen sind.

Einige andere Frauen hatten sich als Schneiderinnen, Wäscherinnen oder Wirtinnen selbständig gemacht oder führten einen Lebensmittel- oder Kurzwarenhandel. Zwei Dutzend weibliche Gewerbetreibende in einer 4.000 Einwohner zählenden Stadt – das war nicht viel, aber immerhin ein guter Anfang.

M: Wie überall gingen die Dotzheimer Frauen Berufen nach, die als typisch weiblich angesehen wurden und für die man keine Berufsausbildung nachweisen musste. So gehörten beispielsweise nähen, stopfen und sticken wie selbstverständlich zu den weiblichen Tätigkeiten, und mit einer auf Raten gekauften Nähmaschine konnte frau den Grundstock für die eigene Selbstständigkeit legen.

Von Klempnerinnen, Schreinerinnen oder gar Ärztinnen allerdings konnte man 1913 auch in Dotzheim nur träumen…

Wenn Sie nun links durch die Tür treten, lernen Sie die Wirkungsstätte einer unerschrockenen und tatkräftigen Dotzheimerin kennen: der jung verwitweten Luise Schmidt.