Station: [8] Gasthaus „Zur Stadt Hanau“

  • Raumansicht

F: Anfang 1890 erwarb das junge Ehepaar Ludwig und Luise Schmidt das Bürgerhaus in der heutigen Frauensteiner Straße 6 und ließ es zu einem Wirtshaus umbauen. Sie kauften den hölzernen Schanktisch, in dessen Vorderfront das Dotzheimer „T“ eingeschnitzt ist, und eröffneten im April 1890 das Gasthaus „Zur Stadt Hanau“. Doch schon im Mai, einen Monat nach der Eröffnung, fiel Ludwig Schmidt 29jährig einer Typhusepidemie zum Opfer. Die schwangere Luise übernahm den Betrieb, rief ihre Schwester zu Hilfe und fortan schmissen die beiden Frauen den Laden.

Um 1900 wechselten die Wirtinnen den Bierlieferanten: Statt des ursprünglich ausgeschenkten Biers aus Hanau, lief nun echtes Wiesbadener Bier durch den Zapfhahn. Die Brauerei-Gesellschaft „Germania“ versorgte den Gasthof mit Lager- und Spezialbieren in Fässern, ab 1913 auch in Flaschen. Werbetafeln und Biergläser erinnern an die Germania-Brauerei, die bis 1973 Wiesbaden und Umgebung mit regionalem Bier versorgte. Übrigens kaufte man auch das Flaschenbier im Wirtshaus, nahm es mit nach Hause, trank es dort… und brachte die leeren Flaschen wieder zu Luise Schmidt zurück.

M: 1921, nach 31 Jahren, übernahm Luises Sohn Heinrich den Dotzheimer Gasthof und erweiterte die Getränkekarte um selbstgekelterten Äppelwoi. Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete er sogar einen Straßenverkauf ein – das erste Take-Away-Restaurant in Dotzheim. Als Heinrich 1957 starb, ging eine fast 70jährige Tradition zu Ende. Das Gasthaus „Zur Stadt Hanau“ schloss seine Pforten… doch dank Heinrichs Enkel Wolfgang Schmidt lebt es nun hier im Museum fort. Er stellte dem Museum einen Teil der Original-Einrichtung zur Verfügung.

F: Wir sind am Ende des ersten Teils unserer Ausstellung angekommen. Gehen Sie nun bitte den Weg zurück. Im Eingangsraum, unter der Treppe, finden Sie die nächste Station: unsere Nummer 9.