Station: [12] Zimmer des Kammerdieners
Sie stehen jetzt im Zimmer des Kammerdieners.
Der rote Teppich hat Sie in einen Raum geführt, der auf den ersten Blick schlicht wirkt. Doch seine Funktion war wichtig. Der Kammerdiener war für die Garderobe des Hausherrn zuständig. Das erklärt auch den für dieses kleine Zimmer erstaunlich großen Schrank.
Seine Aufgaben gingen aber weiter. Er stand in einem engen Vertrauensverhältnis zu seinem Herrn. Außerdem beaufsichtigte und pflegte er die Privatgemächer. Dieser Raum gehörte also zu einem Bereich, in dem Nähe, Verlässlichkeit und tägliche Ordnung zusammenkamen.
An der rechten Seitenwand befand sich ursprünglich eine Tür. Sie führte zu einem innenliegenden Treppenhaus für die Dienerschaft. Auf diese Weise blieb das Personal praktisch unsichtbar. Gerade in einem Raum wie diesem wird deutlich, wie genau die Wege im Haus organisiert waren. Man sollte anwesend sein, ohne in Erscheinung zu treten.
Auch die Bilder in diesem Zimmer haben ihren festen Platz in dieser Ordnung. Die Porträts zeigen erneut Familienmitglieder Wilhelms des Ersten. So setzt sich hier fort, was Ihnen in anderen Räumen bereits begegnet ist: Auch dieser kleine Raum ist in das größere familiäre und höfische Gefüge eingebunden.
Wenn Sie nun weitergehen, folgt eine Passage mit einer ganz eigenen Aufgabe. Sie diente als Verbindungsraum zwischen den Gemächern des Königs und der Königin. Zugleich wurde sie als Kleiderablage genutzt. Nach dem eher verborgenen Arbeitsbereich des Kammerdieners führt Ihr Weg also in einen Raum des Übergangs.
Damit endet dieser kurze Einblick in das Zimmer des Kammerdieners, einen unscheinbaren, aber aufschlussreichen Ort innerhalb der privaten Räume.

