Station: [14] Schlaf- und Toilettezimmer der Königin
Sie befinden sich im Schlaf- und Toilettezimmer der Königin.
Auf den ersten Blick ist das nicht sofort zu erkennen. Denn das Bett fehlt. Das gilt auch für die anderen Schlafzimmer. Betten waren zwar eingeplant, wurden aber nie ausgeführt. So bekamen diese Räume eine andere Funktion. Sie dienten mehr als Ort der Ruhe und des privaten Rückzugs.
Gerade deshalb lohnt sich hier ein genauer Blick. Ein wichtiger Hinweis versteckt sich im Deckenfries. Links und rechts neben dem Fenster sehen Sie einen Hahn und Eulen. Sie stehen symbolisch für Morgen und Abend. Genau damit markieren sie den Raum als Schlafzimmer. Es ist ein schönes Detail. Fast wie ein leiser Hinweis, den man erst beim zweiten Hinsehen entdeckt.
Auch hinter einer Tür verbarg sich etwas sehr Praktisches. Hinter der rechten Spiegeltür befand sich eine Toilette. Der Raum verband also Rückzug, Ruhe und alltägliche Nutzung auf ganz direkte Weise.
Das Mobiliar dieses Zimmers ist heute fast vollständig erhalten. Nur eine Chaiselongue fehlt. Besonders auffällig ist der große Standspiegel. Spiegel dieser Art und Größe waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sehr teuer. Das galt für die Herstellung ebenso wie für die Anschaffung. Darum waren sie ein Statussymbol für Frauen der höheren Gesellschaft.
Zugleich eröffneten solche Standspiegel eine neue Möglichkeit. Zum ersten Mal konnten Damen sich darin in ihrer ganzen Erscheinung sehen. In Anlehnung an die griechische Göttin der Schönheit und Jugend nennt man diese Spiegel deshalb auch Psyche. Der Name klingt leicht und elegant. Und er passt gut zu einem Möbelstück, das nicht nur nützlich war, sondern auch Eindruck machte.
Der Raum, den Sie heute sehen, hat eine bewegte Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle wandfesten Ausstattungen entfernt. Gerade diese Teile geben einem Zimmer sonst seinen festen Rahmen.
Nun wird dieser Raum Stück für Stück in seinen originalen Zustand zurückversetzt und restauriert. Dabei hilft der Freundeskreis der Burg Hohenzollern e.V. mit finanzieller Unterstützung. Restauriert werden die Wandvertäfelung, die Wandfassung und die textile Ausstattung. So nähert sich der Raum Schritt für Schritt wieder seinem früheren Erscheinungsbild.
Zum Schluss soll auch der Eckkamin rekonstruiert werden. Er entsteht nach originalem Vorbild. Später wird er an seiner ursprünglichen Stelle wieder eingebaut, links neben dem Fenster. So gewinnt dieses Zimmer nach und nach nicht nur seine Form zurück, sondern auch seine besondere Atmosphäre.

