Station: [10] Der Schmuck der preußischen Königinnen


In den beiden Vitrinen in der Mitte des Raumes sehen Sie Schmuckensembles, die einst preußischen Königinnen und deutschen Kaiserinnen gehörten.

Ganz links liegt die Saphirparure der letzten deutschen Kaiserin, Auguste Viktoria. Sie ist der jüngste Schmuck dieser Sammlung. Eine Parure ist ein aufeinander abgestimmtes Schmuckset. Meist gehören dazu Diadem, Collier, Brosche, Ohrgehänge und Armreif. Solche Ensembles waren wichtige Statussymbole einer Dame von Stand.

Auguste Viktoria erhielt diese Parure von ihrem Mann, Kaiser Wilhelm II. Wahrscheinlich war sie ein Geschenk zur Silbernen Hochzeit im Jahr 1906. Zu diesem Anlass schenkte der Kaiser seiner Frau auch das Kleeblatt-Diadem, das Sie hier ebenfalls sehen. Es besteht aus Platin und Gold und ist mit Brillanten besetzt. Angefertigt wurde es nach eigenen Entwürfen des Kaisers. Das Kleeblatt steht für Glück. Das von Eichenlaub umgebene Wappen Schleswig-Holsteins verweist auf die Herkunft Auguste Viktorias. Sie war eine Prinzessin von Schleswig-Holstein.

Deutlich älter ist die Rubinparure rechts daneben. Sie gehörte Königin Elisabeth von Preußen, der Gemahlin von König Friedrich Wilhelm IV., dem Erbauer der heutigen Burg. Elisabeth war als Prinzessin von Bayern die Taufpatin und Namensgeberin der berühmten Kaiserin Elisabeth von Österreich, genannt Sisi. Die heute fehlenden Teile dieser Parure wurden schon im 19. Jahrhundert ausgesondert oder gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Der Schmuck gehörte zu Elisabeths Aussteuer und war ein Geschenk ihres Vaters, des bayerischen Königs Maximilian I. Durch Elisabeths testamentarische Verfügung wurde die Parure später Teil des preußischen Kronschatzes.

In der zweiten Vitrine rechts daneben sehen Sie den großen Brustschmuck der Königin und Kaiserin Augusta, eine sogenannte Corsage. Dieses Schmuckstück wurde für Augustas Krönung zur Königin von Preußen im Jahr 1861 in Königsberg angefertigt. Man stellte es aus Beständen des Krontresors zusammen. Verwendet wurden unter anderem die Oranischen Hausperlen und Stücke aus dem Nachlass der 1805 verstorbenen Königin Friederike Luise von Preußen. Später trug Kaiserin Auguste Viktoria diese Corsage besonders gern. Sie nutzte sie bei Hofcouren und bei wichtigen zeremoniellen Anlässen in großer Robe.

Daneben ist das Mäanderdiadem der Kronprinzessin Cecilie ausgestellt. Das Brillantdiadem aus Platin war ein Hochzeitsgeschenk des Kronprinzen an seine Frau. Bis heute tragen preußische Prinzessinnen dieses Diadem an ihrem Hochzeitstag. Dann wird es für einige Tage aus der Ausstellung genommen. Auch Prinzessin Sophie von Preußen, die Ehefrau des aktuellen Chefs des Hauses Hohenzollern, trug das Mäanderdiadem am Abend ihrer Hochzeit im Jahr 2011.