Station: [2] Krönungstaler (Nr. 10)


Sie hören Informationen zur Krönung Friedrichs des Ersten in Preußen im Königsberger Schloss.

Am 18. Januar 1701 wurde Kurfürst Friedrich der Dritte von Brandenburg in Königsberg zu König Friedrich dem Ersten in Preußen gekrönt. Mit diesem Akt war die Gründung des Königreichs Preußen vollzogen.

Bemerkenswert ist die Form dieser Krönung. Es handelte sich um eine Selbstkrönung. Möglich war das, weil der Kurfürst von Brandenburg als Herzog in Preußen souverän war. Friedrich gestaltete die Zeremonie zum größten Teil selbst. Schon das zeigt, wie bewusst dieser Tag inszeniert wurde.

Zur Krönung gehörten kostspielige Feierlichkeiten. Am Tag der Krönung ließ man Münzen im Wert von 6000 Talern an das Volk verteilen. Ein einziger Taler entspricht heute in etwa 150 Euro. Einer dieser Taler hat sich auf der Burg Hohenzollern erhalten. In der Ausstellung sehen Sie ihn unter der Nummer 10.

Auch auf dem Königsberger Schlossplatz wurde gefeiert. Für das Volk gab es gebratene Ochsen. Dazu kamen 4000 Liter Wein. Der Wein floss sogar aus zwei Brunnen. Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck das gemacht haben muss. Ein prächtiges Feuerwerk beendete den Tag der Krönung. Doch die Feiern waren damit noch nicht vorbei. Sie zogen sich noch weit bis in das Frühjahr hinein.

Später schätzte man die Gesamtkosten der Königskrönung auf sechs Millionen Taler. Das ist besonders eindrucksvoll, wenn man das jährliche Staatsbudget danebenstellt. Es lag bei nur vier Millionen Talern. Die Krönung war damit das teuerste Einzelereignis der gesamten brandenburgisch-preußischen Geschichte.

Vielleicht erklärt gerade das, warum es bis zur Krönung Wilhelms des Ersten im Jahr 1871 keine weiteren Krönungsfeierlichkeiten mehr gab. Die Preußen und die Schwaben gelten schließlich bis heute als sparsam. Nach diesem einen gewaltigen Fest lag es also vielleicht nahe, die Sache mit den Krönungen erst einmal ruhen zu lassen.

So bleibt diese Krönung nicht nur ein politischer Wendepunkt, sondern auch ein Fest von außergewöhnlichem Aufwand.