Station: [6] Zauber der Weißen Rose
Sie sehen hier einen Tafelaufsatz, der an das Fest der Weißen Rose erinnert.
Am 13. Juli 1829 feierte der preußische Hof eines seiner glanzvollsten Feste. Das Motto lautete: Der Zauber der Weißen Rose. Anlass war der Besuch der russischen Zarenfamilie in Berlin und Potsdam. Zugleich feierte man den 31. Geburtstag der Zarin Alexandra Fjodorowna, die als Prinzessin Charlotte von Preußen geboren worden war.
Das Festmotto kam aus der Lieblingslektüre der Kinder Friedrich Wilhelms des Dritten. Gemeint ist der 1813 erschienene Ritterroman Der Zauberring von Friedrich de la Motte Fouqué. In Anlehnung an eine Figur aus diesem Roman trug Prinzessin Charlotte in ihrer Jugend den Kosenamen Blanche Fleur.
Der Auftakt des Festes war besonders aufwendig. Vor dem Neuen Palais in Potsdam stellte man ein altdeutsches Ritterturnier nach. Es gab Kostüme und öffentliches Schaureiten. Auch die Prinzen nahmen daran teil.
Der hier gezeigte Tafelaufsatz wurde Wilhelm dem Ersten zum 40. Jahrestag dieses Festes geschenkt. Er erinnert also nicht nur an den Tag selbst, sondern auch an seine spätere Wirkung. Die Statuette zeigt den Prinzen in einem historisierenden Ritterkostüm. Dargestellt ist er als Anführer der Quadrille Kurbrandenburg.
Ein Detail fällt besonders ins Auge. Wie bei Ritterturnieren üblich, trägt Wilhelm um den Arm ein Tuch seiner Liebsten. Gemeint ist die spätere Kaiserin Augusta. Erkennbar ist das an der Initiale A.
Auch der Sockel hält die Erinnerung fest. Dort steht: Dem Heldenkönig Wilhelm am 13 Juli 1869 zur Erinnerung an den 13 Juli 1829.
So verbindet dieser Tafelaufsatz Festglanz, Familiengeschichte und Erinnerungskultur in einem einzigen Objekt.

