Station: [11] C – Cristallo-Glas: Vase von Venini

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecher

Die Gitterrohr-Glasvase vor Ihnen ist ein Produkt des 20. Jahrhunderts. Nach dem ersten Höhepunkt venezianischer Glaskunst war im 18. Jahrhundert zunächst ein Rückgang „Venezianischer Gläser“ erfolgt. Das stabile böhmische Kreideglas und das brillante englische Bleiglas waren erfunden und fortan äußerst gefragt. Eine Erneuerung der venezianischen Glaskunst gelang erst wieder zwei Personen, die ihren Blick nicht nur auf die Perfektion handwerklichen Könnens, sondern auch auf das Künstlerische richteten: Antonio Salviati und Paolo Venini.

Sprecherin

Venini leitete in den 1920er Jahren den Neubeginn des Venezianischen Glases ein. Um 1950 stellte er Venedig für ein Jahrzehnt wieder ins Zentrum der Glaskunst. Sein Erfolg basierte vor allem auf der Zusammenarbeit ideenreicher Designer und qualifizierter Meisterglasbläser. Zugleich aber auch auf der Wiederentdeckung der ureigentlichen Qualitäten des Glases: der Leichtigkeit und Klarheit verbunden mit einfachen, aber eleganten und harmonischen Formen. Venini fertigte in kleinen Serien für einen exklusiven, statt großen Abnehmerkreis. Auf der Grundlage alter Techniken erprobte er neue Möglichkeiten und kam zu verblüffenden Ergebnissen. So gestaltete er aus komplizierten Fadenglasstäben seine berühmten Glasgefäße „a zanfirico“, benannt nach Antonio Sanquirico, einem venezianischen Kunsthändler des 19. Jahrhunderts. Dazu gehört auch unsere Gitterrohr-Glasvase von 1955.