Station: [13] C – Christbaumschmuck aus Gablonz: Spinnen

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecher

Einer Legende nach sollen Maria und Josef auf ihrer Flucht vor einem Schneesturm Schutz in einer Höhle gesucht haben. Spinnen haben ein feines Netz vor die Höhle gezogen und so die Heilige Familie vor Kälte und Feinden geschützt.

Sprecherin

Spinnen waren ein beliebtes Weihnachtsmotiv im nordböhmischen Gablonz im heutigen Tschechien. Dort wird seit etwa 1860 ebenfalls gläserner Christbaumschmuck hergestellt. Alles, was die Menschen bewegte, schlug sich in den phantasievollen Gebilden und Miniaturabbildungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs nieder. Hervorgegangen ist der recht eigenwillige Stil des Christbaumschmucks aus der Knopf- und Perlenindustrie sowie der florierenden Modeschmuckindustrie. Gablonzer Schmuck war in nahezu allen Teilen der Erde bekannt und wichtiges Exportgut der Königlichen Monarchie.

Sprecher

Für den Gablonzer Christbaumschmuck wurden in Heimarbeit vor der Gebläselampe hohl geblasene Perlen gefertigt. Die Perlen wurden entweder frei mit der Hand aufgeblasen oder mit einer sogenannten Perlenformmaschine hergestellt. Im Unterschied zu Thüringen konnten die Perlenmacher in Gablonz jedoch nicht nur eine Perle in die Form blasen. Mit Hilfe von Mehrfachformen war es möglich, bis zu 10 Zentimeter lange Abschnitte mit aneinandergereihten Perlen herzustellen. Mit einem Feilmesser wurden diese anschließend getrennt, dann versilbert und auf Draht zu Weihnachtsschmuck verarbeitet.