Station: [16] D – Degen

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Da soll es doch tatsächlich einen Fürsten aus Wertheim gegeben haben, der mit einem Glasdegen wie diesem hier ermordet worden ist. Geheißen habe der Fürst Dominik Marquard Sebastian Christian von Löwenstein-Wertheim-Rochefort.

Sprecher

1735 soll sich dieser Fürst in Venedig aufgehalten haben. Der Handel war damals längst kein so lukratives Geschäft mehr und Teile des venezianischen Adels waren verarmt. Nicht jedoch der Wertheimer Fürst. Er feierte rauschende Feste und umgab sich mit schönen Damen. Dass dies dem Fürsten geneidet wurde, war nur eine Frage der Zeit – und Mord ein damals gängiges Mittel um unliebsame Gegner auszuschalten!

Sprecherin

Unser Fürst muss jedoch von Zauber umgeben gewesen sein. Denn es bedurfte mehrerer Mordversuche, bis es endlich gelang ihn zu töten. Der erste Meuchelmörder lauerte dem Fürsten im Dunkeln mit einem Dolch auf. Dieser sei an ihm abgeprallt, gerade so als trage er ein Kettenhemd. Auch die Kugeln aus der Pistole beim zweiten Mordversuch scheinen dem Fürsten nichts ausgemacht zu haben. Denn auch dieses Mal sei er unverletzt entkommen – ebenso als man Gift nachgereicht habe.

Sprecher

Erst durch Verrat gelang es schließlich den Fürsten zu töten: Sein Diener verriet den Venezianern, dass der Fürst von einem Wilddieb aus dem Spessart unglaubliche Fertigkeiten erlernt habe, die ihn immun gegen Gift und Metall machten. Sogleich ließen die Venezianer von den Glasmachern in Murano einen gläsernen Dolch fertigen. Solcherart ausgerüstet wurde Fürst Dominik Marquard Sebastian Christian von Löwenstein-Wertheim-Rochefort letztendlich Opfer einer Glas-Waffe!