Station: [21] F – Flaschen: Klickerflasche

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecher

„Die Bengels haben uns immer die Flaschen geklaut und kaputt gehauen, da musste man achtgeben …“, beschwerte sich einst ein Getränkeabfüller. Abgesehen hatten es die „Bengels“ auf die Glasmurmeln in den Knicker- oder Klickerflaschen. Deren Tauschkurs lag laut eines Zeitzeugen bei 50 Tonmurmeln. Knicker- oder Klickerflaschen waren verbreitet während der „Büdchen“- oder Trinkhallen-Kultur von 1880 bis in die 1950er Jahre vor allem in den Städten des Ruhrgebiets.

Sprecherin

Mit Hilfe einer Glasmurmel war es möglich Flaschen luftdicht zu verschließen. Dies war besonders wichtig aufgrund der gerade aufkommenden kohlensäurehaltigen Mineralwässer. Bei den noch üblichen Steingutflaschen entwich das Gas und aus den einfachen Glasflaschen flogen die Korken heraus. Die Glasmurmel dagegen wurde durch den Gasinnendruck der Kohlensäure unter einen Gummiring gepresst und schloss somit die Flasche luftdicht ab.

Sprecher

Zum Öffnen der Flasche musste die Murmel mittels eines Fingers oder Holzstabes zurück in die Flasche gedrückt werden. Dort fand sie im „eingeschnürten“ Flaschenhals Halt. Der Inhalt konnte ausgegossen werden, ohne dass die Murmel die Halsöffnung verschloss.