Station: [25] G – Glas aus dem Spessart: Maggiflasche

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Sie ist 125 Jahre alt und immer noch „en vogue“ – die Maggi-Flasche mit ihrer unverkennbaren Flaschenform und dem legendären Design: quadratischer Körper, langer Hals, braunes Glas, das Etikett gelb mit roter Schrift und seit 1946 mit siegelrotem statt goldenem Käppchen. Mit dem Inhalt in Form einer flüssigen Würzsoße auf Weizenbasis findet man sie in Restaurants ebenso wie in sage und schreibe jedem sechsten deutschen Haushalt.

Sprecher

Erfunden hat das „Wundersößchen“ der Maggi-Firmengründer höchstpersönlich, und zwar am 11. Juni 1886 im Schweizerischen Frauenfeld. Damals waren Unterernährung, Magenkrankheiten und Kindersterblichkeit weit verbreitet. Julius Maggi, ein Unternehmer mit sozialem Gewissen, sah sich daher berufen, die Ernährung von Arbeiterfamilien durch bessere Nährstoffversorgung zu verbessern. Heraus kam die Maggi-Würze als preiswerter Ersatz für Fleischextrakt in einer bis heute typischen Flasche. Nur einen Katzensprung von Wertheim entfernt wurde sie vor 122 Jahren erstmals in den Spessart-Glaswerken in Lohr hergestellt. Das inzwischen zur internationalen Gerresheimer Group gehörende Glaswerk „Gerresheimer Lohr GmbH“ produziert neben anderen Behältergläsern auch heute noch die Maggi-Flasche.

Sprecherin

Julius Maggi würde sich freuen, wenn er wüsste, dass auch nach 125 Jahren 10,3 Millionen Kilo seiner einst als Fleischextrakt-Ersatz gedachten Maggi-Würze für den deutschen Markt produziert werden. Abgefüllt in mehr als 33,8 Millionen Maggi-Flaschen landen sie dann in Deutschlands Küchen.