Station: [29] I – Isoliergefäße

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Isolierkannen und -flaschen zur Aufbewahrung von kalten und heißen Getränken finden sich in fast jedem Haushalt. Nur wenige jedoch wissen, dass die Isolierkanne, die umgangssprachlich als „Thermoskanne“ bezeichnet wird, ursprünglich zur Aufbewahrung von flüssigem Sauerstoff entwickelt wurde. Den Auftrag dafür erhielt der Berliner Reinhold Burger 1903. Er erfand die „Thermosflasche“, ein doppelwandiges Gefäß, das bis zu 24 Stunden lang die Temperatur des Inhaltes konstant hält. Als Flasche zum Warmhalten von Getränken machte er es 1908 für die Verwendung im Haushalt nutzbar und bewarb es mit dem Slogan: „Hält kalt, hält heiß – ohne Feuer, ohne Eis.“ 1909 verkaufte Burger das Patent und die Marke „Thermos“ an die Thermos AG in Berlin und die Thermos bottle Company in den USA.

Sprecher

Der heute älteste europäische Isoliergefäßhersteller ist die Firma „Helios Dr. Bulle GmbH & Co. KG“. Sie wurde 1909 im Thüringischen Ilmenau gegründet und ist seit 1950 in Wertheim ansässig. Auch der Isoliergefäßhersteller „alfi Zitzmann GmbH“, der heute zur WMF, der Württembergischen Metallwaren Fabrik in Geislingen, gehört, hat seit 1949 seinen Sitz in unserer Stadt. Und auch diese Firma stammt ursprünglich aus Thüringen. Sie wurde 1914 in Fischbach gegründet.

Sprecherin

Isoliergefäße sind Vakuumgefäße. Ein Vakuum ist ein Hohlraum, der weder Wärme noch Kälte von innen nach außen leiten kann. Isoliergefäße bestehen aus zwei ineinander gesteckten Glaskolben, deren Glas-Innenseiten verspiegelt sind. Die Verspiegelung reflektiert die Wärme beziehungsweise Kälte nach innen und verhindert so die Abstrahlung nach außen. Verspiegelte doppelwandige Isolierkolben entstanden als Nebenprodukt bei der Spiegelherstellung – genau wie das Bauernsilber und der innen versilberte Christbaumschmuck.