Station: [33] M – Messen mit Glas: „Kröte“

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Vermutlich als Examensarbeit an der Glasfachschule Wertheim in den 1970er Jahren entstand die Nachbildung dieser gläsernen „Schildkröte“. Das Original wurde im 17. Jahrhundert von Galileo Galilei an der Universität von Florenz entwickelt. Die „Kröte“ verweist auf die mehr als 60jährige Thermometerproduktion in Wertheim. Thermometer-Glasbläser waren die ersten Glasbläser, die sich 1948 im Zuge des Flüchtlingsstroms aus Thüringen in Wertheim niederließen. Unter ihnen waren die heute noch existierenden Thermometerfirmen Arno Amarell und Karl Schneider.

Sprecher

Die „Kröte“ war dazu gedacht, einem fiebrigen Patienten zur Messung auf den Arm gebunden zu werden. Dieses erste nachweislich bekannte Fieberthermometer basiert auf dem physikalischen Prinzip, dass sich die Dichte von Flüssigkeiten bei steigender Temperatur verringert. Damit nimmt der Auftrieb der in der Flüssigkeit schwimmenden Hohlglaskugeln ab, so dass diese sinken. Je höher also die Körpertemperatur, desto mehr Kugeln sinken nach unten. Sinkt bei der „Kröte“ die fünfte der insgesamt sieben Kugeln im Weingeist ab, hat der Patient Fieber.

Sprecherin

Seit den 1990er Jahren erfährt diese „Kröte“ eine Reminiszenz in dem ursprünglich in der Schweiz, später dann in Wertheim tausendfach produzierten „Galileo“-Thermometer in Celsius- bzw. Fahrenheitgraden. Dieses wurde auch bald von chinesischen Herstellern als Verkaufsschlager erkannt.