Station: [35] T – Textilglas der Firma Johns Manville

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

„Glas-Pellets“ dienen als Basis für die Glastextilfaserproduktion der Wertheimer Firma Johns Manville – der ehemaligen Firma Schuller Textilglas aus Thüringen. Seit 1952 hat diese ihren Sitz in Wertheim. Mittels Trommelziehverfahren werden die Pellets wieder eingeschmolzen und daraus Glasfasern, Glasfasergarne und Glasfaservliese hergestellt. Diese werden unter anderem weiterverarbeitet als Träger für Bitumendachbahnen und Fußbodenbeläge sowie als Verstärkung für Kunststoffe, vom Snowboard bis hin zum Schiffs- und Eisenbahnbau.

Sprecher

Die Firma Johns Manville in Wertheim schmilzt ihr Glas in Form von Glas-Pellets in zwei modernen Elektrowannenöfen: je etwa 63 Tonnen heißes Glas können dort pro Wanne täglich geschmolzen werden. Nach 6 bis 8 Jahren muss die Wanne mit einer Grundfläche von 25,5 Quadratmetern ausgetauscht werden. Denn mit der Zeit wird die Ummantelung der Wanne aus Feuerfestmaterial immer dünner und es kann flüssiges Glas austreten. Sechs Wochen dauert der „Rebuild“ – der „Wannenwechsel“ von „Glas zu Glas“. Als „Wannenreise“ bezeichnet man die Zeit, in der die Glasschmelzwanne ununterbrochen Glas erschmolzen hat. In dieser Zeit sammelt man Erkenntnisse bezüglich des Feuerfestmaterials und der optimalen „Fahrweise“ der Glaswanne.