Station: [4] A – Aryballos

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Der „Aryballos“ aus Glas ist 2500 Jahre alt. Es handelt sich um eines der ältesten Exponate des Glasmuseums Wertheim. „Aryballos“ ist griechisch und bezeichnet eine kugelförmige Ölflasche aus Ton. Der „Aryballos“ war das bevorzugte Ölgefäß griechischer Sportler. Sie befestigten es mit einem Band um ihr Handgelenk und trugen es auf ihrem Weg zur Ringkampfschule. Nach dem Sport rieben sie ihren Körper mit dem Öl ein, um ihn zu reinigen. Dazu benutzten sie einen Kratzer, den „Strigilis“, um den vom Öl aufgesogenen Schmutz von ihrem Körper zu entfernen.

Sprecher

„Ariballoi“ aus Glas waren in der Antike absolute Luxusartikel für seltene Öle und Salben. Nicht nur wegen ihres aufwändigen Herstellungsverfahrens, sondern schon allein aufgrund des kostbaren Glases. Das erste voll durchgeschmolzene Glasobjekt war als Zufallsprodukt der Quarzkeramiker entstanden. Diese verarbeiteten seit dem 5. Jahrtausend vor Christus in Mesopotamien und später in Ägypten Quarzsand, Soda und Kalk zu glasartigen Objekten, der Fayence. Die antike Glasproduktion beschränkte sich auf wenige, an den Königshof gebundene Produktionszentren. Das dort hergestellte und weltweit gehandelte Rohglas in Form farbiger Brocken, Scherben und Barren wurde vor Ort zu Einlagen, Perlen und Amuletten verarbeitet. Glas galt als kostbarer Ersatz für die teuren und schwer erhältlichen Edelsteine.

Sprecherin

Um 1500 vor Christus entstanden die ersten Glasgefäße. Diese wurden um einen feuerfesten Kern aus Ton, Sand und organischem Material geformt. Der Kern musste anschließend mühsam herausgekratzt werden. Jedes Gefäß erforderte einen neuen Kern als Form. Eine rege Produktion solcher kerngeformter Gefäße setzte Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus im östlichen Mittelmeergebiet ein. Aus dieser Zeit stammt auch unser „Aryballos“.