Station: [46] Chevronperlen

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecher

Für die Indianer Nordamerikas war Glas ein unbekanntes Material. Glasperlen hatten daher für sie einen hohen Handelswert. Die ersten europäischen Glasperlen sollen 1492 mit Christoph Columbus in die Neue Welt gelangt sein. Sie wurden den Indianern von Forschern und Missionaren zunächst als Geschenke angeboten. Später spielten sie als Tauschware, unter anderem im Pelz-, Tabak- und Sklavenhandel, eine wichtige Rolle. Glasperlen wurden im Kampf um die Eroberung und Ausbeutung der neuen Kolonien von den Europäern gewinnbringend eingesetzt.

Sprecherin

Peter Minnewit war der erste Gouverneur von Neuholland. Im Jahr 1626 soll er den Manhato-Indianern die Insel Manhattan – die heutige City von New York – für eine Handvoll Glasperlen abgekauft haben. Das war damals ein Wert von etwa 60 Gulden, was dem ungefähren Jahresgehalt eines Maurermeisters oder dem Wert von 10 Pferden oder 50 Rindern entsprach! Spanier, Franzosen und Engländer verwendeten hauptsächlich venezianische Glasperlen für den Tauschhandel. Holländer dagegen handelten in der Zeit von 1600 bis etwa 1750 vornehmlich mit eigenen Perlen.

Sprecher

Zu den in Amsterdam gefertigten Glasperlen nach venezianischer Art zählten auch solche Chevronperlen. Thea Elisabeth Haevernick hat die Chevronperlen untersucht und festgestellt, dass sie nicht aus Ägypten stammen, sondern frühestens im 15. Jahrhundert in Venedig hergestellt wurden. Erst später sollen sie von ausgewanderten Venezianern auch in Amsterdam und im Thüringer Wald hergestellt worden sein. „Chevron“ bedeutet übrigens „Zickzack“.