Station: [6] A – Alembik

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Die Vorzüge von Glas für medizinische, chemische und naturwissenschaftliche Zwecke waren bereits den antiken Alchimisten bekannt: Glas ist geruchlos, beständig gegen Säuren und Laugen, durchsichtig und leicht zu reinigen. Es sind genau diese Vorzüge, die Glas zum heute unentbehrlichen Werkstoff für Industrie, Technik und Medizin machen.

Sprecher

Der Alembik gehörte einst zu den wichtigsten Arbeitsmitteln der Alchimisten. Diese ersten „Chemiker“ beschäftigten sich mit der Herstellung von Gold beziehungsweise mit der Umwandlung unedler Metalle in Gold und Silber. Dafür suchten sie nach einer ganz bestimmten Tinktur, die sie „Stein der Weisen“ nannten. Heutige Chemiker würden dazu Katalysator sagen. Bei ihren diversen Umwandlungsversuchen waren Destillations-, Extraktions- und sonstige Apparaturen unumgängliche Hilfsmittel. Eine dieser Destillationsapparaturen war der „Alembik“, von arabisch „al-anbiq“, Gefäß oder Schale. Damit konnten Stoffe durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen voneinander getrennt werden.

Sprecherin

Die Erfindung des „Alembik“ wird den Arabern zugeschrieben. Sie verfeinerten das bereits in der Antike bekannte Verfahren der Destillation im 9. oder 10. Jahrhundert. Über den Destillierkolben mit der zu destillierenden Essenz setzten sie einen Helm, in dem sich innen eine Auffangrinne befand. Dort sammelte sich das Kondensat, bevor es aus dem seitlich angebrachten Rohr in ein Auffanggefäß abfloss. Ursprünglich verwendete man den Namen „Alembik“ nur für den Destillierhelm. Im Laufe der Jahre übertrug sich der Name auf die gesamte Apparatur: den Destillierkolben mit Destillierhelm und der Auffangflasche.