Station: [9] B – Böhmisches Glas: Strasskrone

  • Glasmuseum Wertheim

Sprecherin

Zwei Kilogramm wiegt diese für die Pariser Glitzerwelt in den 1950 und 60er Jahren handgefertigte Strasskrone. Für die Herstellung brauchte man mehrere Wochen, denn die bis zu 500 Strasssteine wurden einzeln mit Spezialklammern im Rohteil befestigt. Kaum zu glauben, dass es den solcherart „bekleideten“ Damen der Pariser Revuetheater Folie Bergères und Moulin Rouge in nahezu erotisch-graziöser Leichtigkeit gelang, über die Bühne zu tanzen. Seit 1998 befindet sich die Strasskrone im Glasmuseum Wertheim und vermittelt einen Hauch der einstigen Pariser Glamourwelt.

Sprecher

Zu verdanken ist dies dem Sammler Reinhard Seufert aus Stuttgart, der jahrelang an der Herstellung der schillernden Kronen beteiligt war. Seufert arbeitete damals als erster deutscher Modefotograf für die 1910 in Berlin gegründete Lifestyle-Zeitschrift „Elegante Welt“. In der Modemetropole Paris fand er seine „Modelle“. Und fasziniert von der Glamourwelt des Show-Business stieg er selbst in die Herstellung des glitzernden Strassschmucks mit ein.

Sprecherin

Die in den Farben des Regenbogens schillernden Glassteine stammen von der heute im österreichischen Wattens in Tirol ansässigen Firma Swarovski, bekannt für ihre perfekt geschliffenen „künstlichen Kristalle“ aus lupenreinem Glas. Der Firmengründer Daniel Swarovski aus Böhmen hatte 1892 eine revolutionäre Kristallschleifmaschine erfunden. Damit konnte er mehr Kristalle und diese wesentlich präziser schleifen, als es bisher von Hand möglich war.